Frauenfeindlichkeit im Jazz – Oder warum sonst gibt es weniger Musikerinnen als Musiker?

Frauenfeindlichkeit im Jazz

Frauenfeindlichkeit herrscht überall, behaupten Feministinnen. Nun soll auch die Jazz-Szene von patriarchalen Strukturen geprägt sein und Frauen keine Chance zum Erfolg geben. Sind Jazz-Musiker wirklich frauenfeindlich? Oder sind es vielleicht eher die Frauen, die den Jazz meiden? Erfahre es in diesem Beitrag. 

Feministinnen haben ein Talent. Sie betreiben meisterhaft Gehirnwäsche. Dazu verwenden sie vorzugsweise Mainstream-Medien und berichten so lange darüber, wie viel Frauenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft herrscht, bis es in den Köpfen aller Menschen fest verankert ist.

Dabei lassen sie keinen Bereich aus – fast keinen, aber dazu kommen wir später. Sexismus und Frauenfeindlichkeit findet schließlich überall statt. Jede Woche schicken mir meine YouTube-Viewer und Blog-Leser Artikel zu, in denen sich über das Ungleichgewicht von Männern und Frauen in den unterschiedlichsten Branchen beschwert wird.

Ich habe bereits über die Behauptung meines Lieblingskanals FUNK, die Popmusik sei sexistisch berichtet, oder über ihre Satire über den weißen heterosexuellen Mann. Die IT-Branche, so wie alle technischen Berufsfelder, soll ja sowieso frauenfeindlich sein. Und letzte Woche kommentierte ich das Thema der Frauenfeindlichkeit in der Wirtschaftspresse.

Und welche Branche ist diese Woche dran? – Die Jazz-Musik. Auch die ist natürlich sexistisch. Wie sollte es auch anders sein? In dem folgenden Video kannst Du mich dabei beobachten, wie ich einen Artikel der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Der Jazz ist von einem Gleichgewicht weit entfernt“ vorlese und versuche, mich zu beherrschen.

Frauen und Musik

Mit der Musik verhält es sich keineswegs so wie im technischen Bereich. Den Ausdruck „Frauen und Technik“ kennt man. Dieser soll Frauen etwas damit aufziehen, dass sie nicht sehr viel von Technik verstehen. Frauen und Musik passen allerdings durchaus zusammen.

Es gibt viele Frauen, die Musik lieben und auch beruflich den musikalischen Weg einschlagen. So lag der Frauenanteil aller Studierenden der Fächer Musik und Musikwissenschaften in den vergangenen 20 Jahren bei 47 Prozent, also fast der Hälfte.

Nimmt man jedoch die Musikfächer genauer unter die Lupe, zeigt sich eine deutliche Vorliebe der Frauen zu Rhythmik (93% Frauenanteil), Gesang (66% Frauenanteil) und Musikerziehung (60% Frauenanteil). Im Studiengang Tonmeister sind Frauen mit nur 20 Prozent vertreten, und in der Jazz/ Popularmusik mit 22 Prozent. Auch die Komposition ist bei Frauen weniger beliebt (27%). Diese Zahlen gehen aus der Studie „Frauen in Kultur und Medien“ des Deutschen Kulturrats hervor.

So ähnlich sieht es aus, wenn man sich allgemein den Musikgeschmack von Frauen ansieht. Eine Spotify-Studie hat ergeben, dass Frauen eher Mainstream-Musik hören, während Männer sich schon in jungen Jahren vom Mainstream entfernen und mehr Spaß an weniger populären Musikgenren haben (Quelle: Delamar „Frauen stehen auf Mainstream, Männer auf krassen Scheiß“).

Wen verwundert es dann noch, dass in einem Jazz-Festival die meisten Acts männlich sind? Ist das denn Frauenfeindlichkeit? Ist es überhaupt etwas, wogegen man kämpfen muss? Die Leiterin des Berliner Jazzfests, Nadin Deventer, glaubt das.

Frauenfeindlichkeit im Jazz?

In der 54-jährigen Geschichte des Jazzfestes Berlin ist Nadin Deventer die erste Frau, die es leitet.

Zur Klarstellung: Ich habe nichts dagegen. Im Gegenteil. Ich finde es super, wenn Frauen sich engagieren, hart arbeiten und somit in hohe Positionen befördert werden.

Aber, wenn es das erste ist, was die Frau macht, der ganzen Jazz-Szene Frauenfeindlichkeit zu unterstellen, dann kann ich nur allen Unternehmen und Kulturbetrieben raten, sehr vorsichtig zu sein, wenn sie eine Frau in eine Führungsposition einstellen möchten.

Noch vor ihrem ersten Jazzfest gab Deventer ein Interview bei der Süddeutschen Zeitung. Hauptgesprächsthema: Die Frauenfeindlichkeit im Jazz. Und deswegen ist Deventers größtes Anliegen, ihre Position dazu zu nutzen, um mehr Frauen auf die große Bühne zu holen. So setzte sie zum Beispiel durch, dass es während der Berliner Festspiele keinen Abend gab, an dem keine Musikerinnen auf der Hauptbühne auftraten.

Nun, wo liegt hier das Problem? Es ist eben so wie immer, wenn Frauen nur aufgrund von Frauenquoten oder einfach nur einem Bestreben nach einem Gleichgewicht der Geschlechter eingestellt werden. Der Veranstalter ist so verbissen darauf, keine Frauen zu vernachlässigen, dass das, was eigentlich im Vordergrund stehen sollte, in den Hintergrund gerät: Die Qualität der Acts.

Anstatt einfach die besten Musiker auf die Bühne zu holen, unabhängig von ihrem Geschlecht, macht sich Deventer auf die Suche nach geeigneten Jazz-Musikerinnen:

Dass es im Jazz eben nicht nur Organisten, sondern auch großartige Organistinnen gibt, merkt man, wenn man eintaucht mit dem Anspruch, diese Frauen auch finden zu wollen." (Nadin Deventer, Leiterin Jazzfest Berlin)

Damit verfälscht sie ganz klar den Markt. Du setzt Dich also als Musiker nicht deswegen durch, weil Du der Bessere bist, sondern eher, weil Du eine Vagina statt einem Penis zwischen den Beinen hast.

Männer machen die bessere Musik

Denke mal darüber nach. Wie viele der Musiker, deren Lieder Du gerne hörst, sind männlich? In meinem Fall sind es sicherlich 90 Prozent. Warum? Weil gute Musik meist von Männern gemacht wird.

Es gibt auch sehr gute Musik von Frauen, der ich sehr gerne zuhöre, zum Beispiel von Eivør von den Färöer Inseln. Ich achte eben nicht darauf, ob ein Lied von einem Mann oder einer Frau komponiert, gespielt und gesungen wird. Mir geht es einzig und allein darum, gute Musik zu hören.
Männer im Jazz

Werden im Jazz Frauen benachteiligt?

Wie wir weiter oben gesehen haben, entscheiden sich Musikerinnen schon im Studium weniger für die Fächer Jazz- und Popularmusik. Auch die Jazzstudie 2016 des Jazzinstituts Darmstadt, der IG Jazz Berlin und der Union Deutscher Jazzmusiker ergab, dass 80 Prozent der Jazzmusiker männlich sind.

Dass bei einem Jazz-Festival weniger Frauen als Männer auftreten, und die meisten dieser Frauen Jazz-Sängerinnen sind, ist eine logische Konsequenz.

Doch warum ist das so? Für Feministinnen wie Nadin Deventer liegt der Grund auf der Hand:

Insbesondere der instrumentale Jazz ist immer noch ein patriarchal geprägtes System.“ (Nadin Deventer, Leiterin Jazzfest Berlin)

Mit dieser Aussage macht es sich Frau Deventer doch ziemlich einfach. Wenn doch so patriarchale Strukturen im Jazz herrschen und Frauenfeindlichkeit, wie kommt es dann dazu, dass es Frauen wie Marla Glen gibt, die sehr gut und erfolgreich im Jazz sind?

Niemand hält Frauen davon ab, ein Instrument zu spielen, zu studieren, jeden Tag stundenlang zu üben. Jazz-Musikern ist es egal, ob sie mit Männern oder mit Frauen spielen. Sie wollen einfach nur mit guten Musikern oder eben Musikerinnen spielen.

Eine Frau in der Band zu haben kann sogar große Vorteile bringen. Zum einen bekommt sie mehr Applaus, da sie eine Ausnahmekünstlerin ist. Zum anderen wird man auf Festivals, die von Leuten wie Nadin Deventer geleitet werden, eher gebucht. Obwohl sie in dem Interview sagt, dass ihr Qualität wichtiger ist als eine Frauenquote, ist es doch genau das, worauf sie zuarbeitet.

Das Jazzfest hat sich nämlich der internationalen Initiative Keychange angeschlossen, deren Ziel es ist, in den Line-ups von Clubs und Festivals ein Verhältnis von 50:50 zu erreichen.

Das bedeutet, dass dann eher durchschnittlich gute Musikerinnen auf die Bühne gestellt werden als richtig gute Musiker. Hauptsache die Quote muss stimmen. Wer wird hier eigentlich eher benachteiligt – Frauen oder Männer?

Warum es wirklich weniger Musikerinnen als Musiker im Jazz gibt

Als Pickup Coach weiß ich, dass sich das Verhalten von Männern und Frauen sehr oft biologisch erklären lässt. Sexuelle Selektion spielt in unserem Verhalten eine große Rolle. Das Ziel beider Geschlechter ist es, Nachkommen zu schaffen.

Männer achten deswegen bei Frauen insbesondere auf ein attraktives und gesundes Aussehen. Es ist kein Zufall, dass Frauen für Männer dann besonders attraktiv sind, wenn sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit befinden, also Mitte Zwanzig sind.

Frauen hingegen suchen sich Männer, die sie und ihre Kinder beschützen und versorgen können. Wesentlich wichtiger als das Aussehen sind dabei Statussymbole.

Um einen hohen Status zu erreichen, müssen Männer hart arbeiten. Das erklärt, warum Männer sich stärker in bestimmte Tätigkeiten reinhängen als Frauen.

Musik macht einen Mann attraktiv

Ein Instrument zu spielen, eigene Lieder zu komponieren und vor vielen Menschen zu präsentieren, ist durchaus ein starkes Statussymbol und macht einen Mann für Frauen attraktiver.

Ein Team von Psychologen in Österreich untersuchte den Zusammenhang zwischen Musik und sexueller Anziehung und kam zu interessanten Ergebnissen (Quelle: Der Standard „Musik macht Männer in den Augen von Frauen attraktiver„). Die Forscher präsentierten den heterosexuellen Teilnehmern instrumentale Musikausschnitte gefolgt von Bildern von einem gegengeschlechtlichen Gesicht mit neutralem Ausdruck. Danach sollten die Teilnehmer das Gesicht auf einer Skala bewerten und ihre Bereitschaft kundtun, sich mit der Person zu treffen. Eine zweite Gruppe von Teilnehmern erhielt nur Gesichter präsentiert, ohne Musik.

Ergebnis: Musik lässt Frauen männliche Gesichter attraktiver beurteilen und erhöht die Bereitschaft, sich mit den Männern zu treffen. Auffällig war auch, dass der Effekt größer war, je komplexer die Musik. Bei Männern hatte Musik keinen Effekt auf die Beurteilung der Attraktivität der weiblichen Gesichter.

Da haben wir also eine Erklärung dafür, warum gerade Männer Jazzmusik spielen. Instrumentaljazz gehört zu den schwierigsten Disziplinen in der Musik. Sie erfordert harte Arbeit und viel Übung. Dazu sind meist nur Männer bereit.

Unter den Frauen gibt es natürlich, wie in allen Bereichen, Ausnahmen. Aber die meisten Frauen würden sich nicht täglich stundenlang hinsetzen, um ein Instrument zu üben, weil sie es einfach nicht nötig haben.  
Attraktiv für Frauen

Fazit

Es ist immer das gleiche Narrativ. In einem bestimmten Berufsfeld gibt es mehr Männer als Frauen, also liegt es an der Frauenfeindlichkeit und an den patriarchalen Strukturen, die dringend bekämpft werden müssen.

Frauenquoten müssen her. Es sei denn, es handelt sich um gefährliche, schmutzige und anstrengende Berufe. Da beschwert sich natürlich keine einzige Feministin, dass diese Jobs hauptsächlich von Männern erledigt werden. Wie wäre es mit einer Frauenquote bei der Müllabfuhr oder der Kanalarbeit?

Eigentlich müsste man jede Frau, die der Meinung ist, weiße Männer seien privilegiert, mal ein Praktikum in einem dieser Berufsfelder machen lassen. Ob sie sich danach noch als Feministin bezeichnen würde? – Wohl kaum.

Was denkst Du zu diesem Thema? Welche Musik hörst Du gerne? Sind auch weibliche Acts darunter? Teile Deine Gedanken mit mir und schreibe sie unten in die Kommentare.

Dein Maximilian