Funk macht sich lustig über weiße heterosexuelle Männer – Und was sagt Maximilian Pütz dazu?

weiße heterosexuelle Männer

Ein Herz für weiße heterosexuelle Männer. So lautet der Titel eines Satire-Videos von Funk, das sich über die angeblichen Probleme weißer heterosexueller Männer lustig macht. Nur sind diese im Video genannten Probleme bloß erfunden. Und die wahren Probleme der Männer will Funk nicht mit der Pinzette anfassen.

Bist Du weiß? Bist Du heterosexuell? Dann behalte Deine Probleme schön für Dich. Denn als weißer heterosexueller Mann bist Du so privilegiert, dass Du gar keine Probleme haben darfst 🤔

So ungefähr denken die Leute bei Funk, einem Medienangebot von ARD und ZDF.

Nun haben sie ein Satire-Video veröffentlicht, mit dem sie sich über weiße heterosexuelle Männer lustig machen. Schau es Dir hier im folgenden Video an und schreibe mir Deine Meinung unten in die Kommentare.

Ein Herz für weiße heterosexuelle Männer

Das Funk-Video beginnt mit einer Szene, in der ein Paar in einer Arztpraxis sitzt. Im Vordergrund wird der Slogan „EIN HERZ FÜR WEISSE HETEROSEXUELLE MÄNNER“ mit einem großen Herz eingeblendet.

Die Ärztin verkündet die traurige Nachricht: „Ihr Kind wird ein weißer heterosexueller Mann“. Die werdende Mutter fragt „Ist er denn wenigstens …?“ Bevor sie den Satz vervollständigt, antwortet die Ärztin „Er ist kerngesund“.

Für das Paar bricht die Welt zusammen. Der werdende Vater fragt, ob man es noch wegmachen lassen kann, woraufhin die Ärztin die tröstenden Worte ausspricht „Es muss nicht das Ende der Welt sein“. Sie überreicht ihnen eine Broschüre mit dem Titel „Mein Kind wird ein weißer, heterosexueller Mann. Umgehen mit dem Schicksal“.

Nun wird erklärt:

„In unserer Gesellschaft ist es ein schweres Schicksal, als weißer heterosexueller Mann geboren zu werden. Frauen und andere Minderheiten sind in alle Lebensbereiche des weißen heterosexuellen Mannes eingedrungen.

Frauen verdienen mittlerweile fast 93% eines Männergehalts.

Sogar Menschen mit Migrationshintergrund werden immer häufiger zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Der weiße heterosexuelle Mann muss zudem permanent Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen. Unter diesen Umständen ist eine lebenswerte Existenz nicht mehr möglich.

Doch es gibt Hoffnung. Ein Herz für weiße heterosexuelle Männer kämpft für das Recht auf Leben für weiße heterosexuelle Männer. Wir nehmen zukünftige weiße heterosexuelle Männer auf, die keiner will und vermitteln sie an Familien auf der ganzen Welt. Denn kein Mensch sollte aufgrund eines Gendefekts diskriminiert werden.“

Das Video endet wieder in der Praxis, in der die werdende Mutter im Hintergrund weint und von ihrem Partner getröstet wird. Die Ärztin steht im Vordergrund und wendet sich mit folgenden Worten an die Zuschauer:

„Auch weiße heterosexuelle Männer können ein erfülltes Leben haben. Wir beraten Sie gern.“

Was möchte Funk uns mit dem Video sagen?

Funk macht in seinem Satire-Video die folgenden vier Aussagen:

  1. Die Probleme weißer heterosexueller Männer sind wertlos
  2. Weiße heterosexuelle Männer hassen es, dass Frauen sich in ihre Arbeitswelt vordrängen.
  3. Sie hassen es, den Arbeitsmarkt mit Menschen mit Migrationshintergrund zu teilen.
  4. Weiße heterosexuelle Männer wollen keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Nun mal eine direkte Frage an Funk: Was soll das?

Warum stellt Ihr weiße heterosexuelle Männer als frauenfeindliche Rassisten dar? Woher nehmt ihr überhaupt Eure Informationen?

Wie gut ihr recherchiert und auf wie primitive Weise ihr Eure Schlüsse zieht, habt ihr ja schon in Eurer Jäger & Sammler Sendung zu Frauen in der Popmusik bewiesen, nach dem Motto „In der Musikindustrie gibt es weniger Frauen als Männer. Logische Schlussfolgerung ist, dass die Musikindustrie frauenfeindlich und sexistisch ist“.

Und lasst mich Euch mal ein wenig über die Probleme der weißen heterosexuellen Männer erzählen:

Welche Probleme können weiße heterosexuelle Männer schon haben?

Männer benachteiligt

1. Obdachlosigkeit

Laut der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. liegt der Anteil der wohnungslosen erwachsenen Männer bei 73 Prozent. Der Frauenanteil liegt bei 27%. Diese Angaben berücksichtigen keine wohnungslosen Flüchtlinge.

2. Alkoholsucht

Männer haben eine höhere Suchtgefahr von Alkohol als Frauen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind in Deutschland etwa 3,4 Prozent der Männer zwischen 18 und 64 Jahren alkoholabhängig. Bei den gleichaltrigen Frauen sind etwa 1,4 Prozent alkoholabhängig.

Zudem hat rund jeder dritte Mann einen problematischen Alkoholkonsum (er konsumiert mehr als zwei kleine Flaschen Bier am Tag). Bei Frauen liegt der Anteil bei etwa 9 Prozent (sie konsumiert mehr als eine kleine Flasche Bier am Tag).

3. Suizid

Weltweit begehen laut des Welt-Suizid-Reports der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr Männer als Frauen Selbstmord. In manchen Ländern wie zum Beispiel Russland liegt sie Suizidrate der Männer fünf Mal höher als die der Frauen. In Deutschland nehmen sich dreimal so viele Männer das Leben wie Frauen. Im Jahr 2012 begingen in Deutschland 7300 Männer und 2600 Frauen Suizid .

4. Benachteiligung im Sorgerecht

Das deutsche Unterhaltsrecht ist veraltet. Es sieht das Prinzip vor, dass ein Elternteil die Kinder erzieht und der andere Elternteil zahlt. In den meisten Fällen sind es die Väter, die zahlen müssen. Jedoch haben sich Väter seit den 60er Jahren, in denen das deutsche Sorgerecht entschieden wurde, stark verändert.

Väter wollen nicht mehr nur alle 14 Tage von ihren Kindern besucht werden. Doch das interessiert die Gerichte wenig. Auch wenn ein Vater sich 50 Prozent der Zeit um seine Kinder sorgt, ein Kinderzimmer hat, Kleidung, Schulmaterialien, Nachhilfe und zusätzliche Aktivitäten bezahlt – er muss den vollen Unterhalt bezahlen.

Mehr kannst Du im Spiegel-Artikel „Trennungsdrama. Wie Männer diskriminiert werden“ nachlesen.

5. Gewaltverbrechen

Wer lebt eigentlich sicherer, Frauen oder Männer? Die meisten Menschen würden sagen, dass es für Frauen gefährlicher ist. Denn was einem sofort in den Sinn kommt, sind Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen. Doch wie sieht es mit anderen Straftaten aus? Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) waren unter den Opfern von allen Straftaten insgesamt 59,9 Prozent männlich.

Opfer nach Alter und Geschlecht
Quelle: Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Wie wäre es, liebe Leute vom Funk, wenn Ihr mal über diese Themen berichten würdet? Denn ob Ihr es glaubt oder nicht, aber ein großer Teil Eurer Zuschauer besteht aus weißen heterosexuellen Männern.

Fazit:

Funk hat sich also ein Satire-Video ausgedacht, um sich lustig darüber zu machen, dass weiße heterosexuelle Männer es wagen, für ihre Rechte zu kämpfen. Was Funk allerdings total missversteht, und sich offensichtlich nicht im Geringsten darüber informiert, sind die Gründe der weißen heterosexuellen Männer, für ihre Rechte zu kämpfen. Das, was in diesem Satire-Video gezeigt wird, sind nicht unsere Probleme.

Wir haben kein Problem damit, dass Frauen berufstätig sind. Es ist auch kein Problem, wenn Frauen die „typisch männlichen“ Berufe ausüben. Aber, wenn Frauen in diese Bereiche reinkommen, in denen hauptsächlich Männer vorhanden sind, und dort die vorhandenen Verhältnisse verändern und ihren Befindlichen angepasst haben wollen, kann das schon ein Problem werden.

Und dass weiße heterosexuelle Männer ausländerfeindlich sind, ist einfach an den Haaren herbeigezogen.

Stell Dir vor, man würde Weiblichkeit oder Dunkelhäutigkeit einen Gendefekt nennen. Was wäre da los? Aber mit weißen Männern kann man das ja machen. Da ist es ja lustig.

Artikelempfehlung: Gender Empathy Gap – Kein Mitgefühl für Männer

Was denkst Du darüber?

Mich würde interessieren, was Du von diesem Funk Video hältst. Schreibe es mir in die Kommentare.

Dein Maximilian

  • Bei dem Clip handelt es sich um ein Machwerk des Bohemian Browser Ballett. Sie erklären sich selbst so:

    Das „Bohemian Browser Ballett“ ist ein Nischenangebot für junge Intellektuelle mit Humor. Das heißt: Wer unsere Beiträge mag, verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Intellekt. Man muss sich das wie einen Society Club vorstellen, nur dass hier nicht das Geld entscheidet, sondern das Niveau. Oder kurz: Das „Bohemian Browser Ballett“ liefert beste Unterhaltung für Eliten.

    Was BBB abliefert, soll demnach also Satire für die intellektuelle Elite sein. Und Satire hat es heutzutage ja wirklich schwer. So absurd das Video auch ist, so nahe ist es an der Realität dessen, was von einigen Feministinnen und SJW täglich abgesondert wird.

    Auf der anderen Seite gibt es dort aber wohl tatsächlich Künstler mit einem herausragenden Sinn für Satire. Ihre Selbstbeschreibung ist schließlich ein erstklassiges Meisterstück. Klar überzeichnet und trotzdem so verfasst, dass man sich nicht sicher sein kann, ob es nicht doch ernst gemeint ist. Ja, das regt zum Nachdenken an.

    Übersetzt also: DummbratzenTV für intellektuell Geforderte, die sich trotz offensichtlicher kognitiver Defizite für die Elite halten.

  • Guten Morgen Maximilian,

    ich finde es gut und richtig, dass Du solch bewusste Herabwürdigung und Demütigung von weißen, heterosexuellen Männern aufgreifst und ansprichst. Allerdings halte ich das für sinnlos. Es gibt einfach zu wenig Menschen die sich daran stören – auch die Männer nicht.

    Du hast recht, es schießt einem die Frage in den Kopf: „Was soll das?“ Ging mir auch so. Solche Spots spalten die Gesellschaft! Mir als Mann wird deutlich gemacht, ich bin Mensch zweiter Klasse!

    Wem nützt es? Irgendjemand muss die Idee dazu gehabt haben, es in Auftrag gegeben, abgenommen und als sendenswert eingestuft, vor allem aber bezahlt haben. Der Spot war bestimmt nicht billig. Warum also macht jemand sowas? Ganz einfach, weil derjenige die Macht dazu hat Hetze zu verbreiten UND den Spot ein Dritter bezahlt – Du, ich, alle GEZ-Zahler – denn Initiator des Spots ist m.W. der SWR.

    Eigentlich kann man sich da nur angewidert abwenden und sein eigenes Ding machen. Ich mag nicht mehr Euren Sündenbock spielen.

    Ach so, sehr passend dazu. Am Berliner Ensemble – steuersubventioniert – wird gerade ein ebenfalls sehr teures Stück aufgeführt, bei dem das Schwein Mann dann angeschlachtet, geschändet und schließlich verspeist wird. Von Frauen natürlich!

    Ich habe mal zwei Rezensionen beigefügt – jeweils von einem Mann geschrieben! – und Du wirst sehen, warum ich den Kampf für verloren halte: Auf die Idee das Theaterstück als Hass und Sadismus zu klassifizieren, die Absetzung des Intendanten zu fordern oder gar die Aufführung zu verbieten bzw nicht mehr zu finanzieren, kommt keiner der Rezensenten bzw. Zuschauer. Männer als Schlachtvieh ist eben schon normal. Dabei wäre es so einfach, ersetze gedankliche im Theaterstück „Mann“ durch „Muslim“ oder „Jude“ und jeder könnte sehen, was das für eine ekelhafte, rassistisch, sexistische Kackscheiße das Theaterstück ist.

    https://www.sueddeutsche.de/kultur/theater-maenner-sind-schweine-1.4167953

    http://m.spiegel.de/kultur/gesellschaft/simon-stones-eine-griechische-trilogie-am-berliner-ensemble-a-1232931.html