Beleidigung im Internet und Hasskommentare gegen Feministinnen – Aber warum?

Hasskommentare

Hasskommentare und Beleidigung im Internet gehören zum Alltag vieler Menschen, besonders wenn sie in der Öffentlichkeit stehen. Alexandra Stanic sieht es allerdings als ein Frauenproblem an. Frauen seien durch das Gesetz nicht vor Hass im Internet geschützt und müssten deshalb selbst dagegen kämpfen – so wie die österreichische Ex-Politikerin Sigi Maurer es tat und sich dadurch strafbar gemacht hat.

Alexandra Stanic ist eine echte Vorzeigefeministin. Alle feministischen Buzzwords, die Du kennst, wirst Du aus ihrem Mund hören, ob sie zum eigentlichen Gesprächsthema passen oder nicht. Ich selbst habe es live miterlebt, als ich mit ihr in einer Diskussionsrunde in der Puls4 Sendung Pro & Contra Spezial saß. Thema war „Wo liegt die Grenze zwischen Flirt und Belästigung?“. Mit dabei waren außer Alexandra Stanic und mir die Feministin Anne Wizorek und „Benimmpapst“ Thomas Schäfer-Elmayer, moderiert von Manuela Raidl.

Diskussion kann man das eigentlich nicht nennen. Denn Alexandra Stanic hat jegliche Diskussionsgrundlage durch ihr aggressives, rassistisches und sexistisches Auftreten zerstört.

Nun veröffentlichte sie einen Artikel bei Vice, in dem sie von den Hasskommentaren und -nachrichten berichtet, die sie seit der Sendung bekommt. Schuld sind natürlich der YouTuber Oliver Flesh und ich, weil wir die Sendung auf unseren Kanälen veröffentlicht haben. Auf beiden Kanälen wurden die Videos dazu wegen Urheberrechtsverletzung entfernt. Ich frage mich, wer die Videos gemeldet hat 🤔.

Erfahre mehr dazu hier in diesem Video:

Alexandra Stanic wird Opfer eines Shitstorms

Alexandra Stanic erlebt also Beleidigung im Internet und eine Menge an Hasskommentaren. Die Hasskommentare und Nachrichten stören sie, machen ihr Angst und bringen sie zum Weinen, schreibt sie in ihrem Artikel bei Vice.

Die Verfasser der Hassnachrichten sind ihrer Meinung nach Männer, natürlich vor allem die weißen heterosexuellen Männer.

Wirklich? Und was ist mit diesen Kommentaren auf der Facebook-Seite von Puls4?

Kritik an Alexandra Stanic
Quelle: Puls4 Facebookseite

 

Dabei ist ihr „Frau ist Opfer – Mann ist Täter“-Denken so stark in Stanic verankert, dass sie es nicht mal merkt, dass sie eine Frau verteidigt, die genau das tut, worunter sie leidet: Sie hetzt gegen eine bestimmte Person im Internet und löst damit einen Shitstorm gegen diese Person aus.

Aber da es sich bei der Person, die den Shitstorm auslöst, um eine Frau handelt und bei der Person, die den Shitstorm abbekommt um einen Mann, ist ja alles in Ordnung. Denn „listen and believe“: Wenn eine Frau sagt, sie ist das Opfer, dann ist sie das. Und ein Mann – Entschuldigung, ein weißer heterosexueller Mann – kann niemals Opfer sein!

Sigi Maurer löst einen Shitstorm gegen eine Person aus – auch Opfer?

Es geht um die österreichische Ex-Grünenpolitikerin Sigi Maurer. Diese hat im Mai angeblich obszöne Nachrichten von einem Wiener Bierladenbesitzer bekommen.

„Hallo Du bist heute bei mir beim Geschäft vorbei gegangen und hast auf meinen Schwanz geguckt als wolltest du Ihn essen“ und „Bitte wenn Du nächstes Mal vorbei kommst darfst Ihn ohne Worte in deinen Mund nehmen und ihm bis zum letzten Tropfen aussaugen, zahle auch 3 Euro mehr, wenn Du nix verschwendest !!!“ soll er laut einem Bericht aus DerStandard geschrieben haben.

Sigi Maurer wehrte sich. Sie veröffentlichte diese Nachrichten – aber nicht nur die Nachrichten, sondern auch den Namen des Bierladenbesitzers.

Es folgte eine Welle an Hasskommentaren gegen den Ladenbesitzer.

Er wehrte sich auch. Er verklagte Maurer wegen übler Nachrede und gewann den Prozess.

Denn obwohl die Nachrichten von dem Facebook-Account des Ladenbesitzers kamen, fehlt der Beweis, dass der Ladenbesitzer sie geschrieben und abgeschickt hat. Nach seinen Angaben nutzen mehrere Personen den Computer in seinem Laden, der auch für Kunden zugänglich ist.

Deswegen ist die Veröffentlichung der Nachrichten und die Behauptung, der Ladenbesitzer hätte sie geschrieben, üble Nachrede.

Die Anklage wegen Kreditschädigung hat der Richter jedoch fallen gelassen.

Feministinnen und ihr enormes Gerechtigkeitsempfinden

Liest man die aktuellen Artikel zu dem Fall Sigi Maurer, fallen sie alle ähnlich aus. Die Message ist: „Sigi Maurer wehrt sich gegen Sexismus und wird dafür bestraft“.

Sigi Maurer wegen übler Nachrede schuldig gesprochen

Bei der Geschichte haben wahrscheinlich die meisten Menschen Mitleid mit Sigi Maurer und halten das Gerichtsurteil für falsch und unfair. Selbst der Richter hat geglaubt, dass der Bierladenbesitzer die sexistischen Nachrichten selbst versendet hat.

Aber warum hat der Richter dann Sigi Maurer für schuldig erklärt? – Weil er nach dem Gesetz handelt. Und das ist auch gut so.

Wahrscheinlich hätte er sie sogar gerne für unschuldig erklärt, einfach weil es in uns Menschen (Männer und Frauen) verankert ist, Frauen zu beschützen, ihnen mehr Glauben zu schenken und ihre Bedürfnisse vor die der Männer zu stellen. Wir leben nun mal in einer gynozentrischen Gesellschaft.

Und doch musste der Richter sein Urteil so fällen wie er es getan hat – Weil vor dem Gesetz Männer und Frauen gleich sind!

Seht ihr, was hier passiert?

Frauen sind so daran gewöhnt, bevorzugt zu werden, dass sie es als frauenfeindlich empfinden, wenn sie es mal nicht werden.

Aber das Gerichtsurteil gegen Sigi Maurer ist nicht frauenfeindlich. Es ist gerecht.

Was tun gegen Hasskommentare und Beleidigung im Internet?

Ja, ich weiß, liebe Feministinnen, ihr würdet mir jetzt am liebsten an die Gurgel springen.

Aber in welcher Welt wollen wir leben? Wollt ihr in einer Welt leben, in der Menschen durch Gesetze geschützt werden, oder wollt ihr in einer Welt leben, in der jeder zur Selbstjustiz greift, wenn er sich angegriffen und im Stich gelassen fühlt?

Gesetze lassen sich ändern und erweitern. Das müsste Sigi Maurer als ehemalige Politikerin wissen. Es stimmt, dass man in Österreich gegen eine Beleidigung in einer privaten Nachricht rechtlich nicht vorgehen kann. Da ließe sich natürlich diskutieren, ob eine Änderung dieses Gesetzes sinnvoll wäre. Schließlich kann man bei allen Social Media Anbietern bestimmte Personen sperren und sich so vor fiesen Nachrichten schützen.

Sobald eine Beleidigung aber öffentlich im Post oder im Kommentar einer Vielzahl von Personen sichtbar gemacht wird, ist sie strafbar.

Genau das hat Sigi Maurer gemacht. Sie hat ihre Nachricht über den Bierladenbesitzer für alle sichtbar gemacht.

Für Alexandra Stanic bedeutet diese gesetzliche Regelung, dass sie sich gegen die Hasskommentare sehr wohl wehren kann. Handelt es sich bei einem Kommentar um eine Straftat in Form von Beleidigung, Bedrohung oder übler Nachrede, kann man den Verfasser dieses Kommentares verklagen. Will man nicht so weit gehen, kann man Hasskommentare auch einfach melden und entfernen lassen.

Als Journalistin weiß Alexandra Stanic doch, wie man recherchiert. Im Übrigen gibt es sogar bei Biber, wo sie sich Chefin vom Dienst nennen darf, einen Artikel zu dem Thema: Ab wann sind Beleidigungen im Netz strafbar?

Aber Alexandra Stanic bleibt wohl lieber in der geliebten Opferrolle als „Frau mit Migrationshintergrund“ (den man ihr nicht ansieht) – zwei Attribute, die sie sehr oft erwähnt, da sie sie als Gegenpol zum privilegierten weißen Mann darstellen.

Hasskommentare gegen Alexandra Stanic – Aber warum?

„Eigentlich reicht es vielen Hatern aber schon, dass ich mich als Frau mit Migrationshintergrund politisch äußere“, schrieb Alexandra Stanic.

Ist das also der Grund für die vielen Hasskommentare nach der Pro & Contra Sendung? Schau Dir die Sendung an und bilde Dir selbst ein Bild: Pro & Contra Spezial: Wo liegt die Grenze zwischen Flirt und Belästigung?

Nein, ich möchte nicht, dass Alexandra Stanic Hasskommentare und Drohungen per Privatnachricht bekommt. Es tut mir auch leid, dass sie sich deswegen auf der Toilette verschanzt, um unbemerkt zu weinen.

Aber an den negativen Kommentaren bin nicht ich schuld, oder Oliver Flesch. Die hat sich Alexandra Stanic selbst eingebrockt mit ihrem Verhalten in der Sendung.

Schon ihr Einstiegssatz zeigt ihre rassistische und sexistische Einstellung. Nachdem ich meine Arbeit als Pickup-Coach vorstelle und erzähle, das die Männer, die zu mir in die Workshops kommen, Schwierigkeiten haben, Frauen kennenzulernen, kontert Stanic:

„Ja furchtbar ist das. Ich hab so viel Mitleid mit weißen privilegierten heterosexuellen Männern. Das ist unglaublich. Ich weiß gar nicht, wohin mit diesem Mitleid.“

Auf diese Art führt sie das „Gespräch” weiter. Kein feministisches Buzzword wird ausgelassen: Gender-Pay-Gap, Catcalling, MeToo, Patriarchat, Whataboutism.

„Sexuelle Belästigung oder sexuelle Gewalt hat keine Herkunft, keine Hautfarbe, keine soziale Schicht, keinen Bildungsgrad, aber sehr wohl ein Geschlecht.“

Und so beendet sie auch das Gespräch, als sie sich an Thomas Schäfer-Elmayer wendet uns sagt: „Sie machen es sich ein bisschen zu leicht als weißer, reicher, privilegierter, alter Mann“.

Was soll man dazu noch sagen? Was sagst Du dazu? Schreibe es mir in die Kommentare.

Um über das „Frau ist Opfer – Mann ist Täter“-Narrativ nachzudenken, teile ich hier noch unkommentiert ein Diagramm aus einer Umfrage zum Thema „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“, die im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt wurde:

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

 

Dein Maximilian

 

  • Hi Maximiliam

    Habe die Sendung von Puls 4, sowie das Video oben gesehen. Ich sehe es genauso wie du. Ich musste mich sogar zwingen, die Sendung fertig zu schauen, da mich die Kommentare von der Frau Stanic, aber auch diejenigen von der Frau Wazonik sehr nett ausgedrück sehr destruktiv, trotzig und vorallem enorm unerwachsen gefunden habe. Ich habe dich allerdings sehr bewundert, wie sachlich du die gesammte Diskusionsrunde ( was es ja dank den werten Feministinnen keine wirkliche mehr war, wie du auch schon geschrieben hast) doch noch so aufrecht hattest aufrecht erhalten können. Bei den beiden Damen hingegen habe ich so gut wie immer den Faden verloren, das viel Gesagtes aus derren Fressen eben entweder nicht zum Thema passten oder alles nur zu ihrem eigenen Vorteil formuliert haben, feministisch eben. Und ich bin schwerer Hoffnung, dass die werte Frau Stanic dein Video ebenfalls gesehen hat, weil ihr gesagtes nichts mehr als puure Schande war, besonders für all die erwachsenen Frauen da draussen, die dieses Stanic-Denken nicht nötig haben.

    Gruss Nicolas