Popmusik ist sexistisch – Oder warum sonst fehlt es an Frauen in der Musik?

Popmusik ist sexistisch, Frauen in der Musik

Jetzt soll auch die Popmusik sexistisch sein. Das behauptet jedenfalls „Jäger & Sammler“, ein FUNK-Kanal, der auf YouTube und Facebook zu sehen ist, angeboten von ARD und ZDF für junge Leute. Doch was jungen Leuten da gezeigt wird, folgt lediglich dem typischen feministischen Narrativ „Frauen werden immer und überall ungerecht behandelt“. In dem Video dieser Woche geht es um die angebliche ungerechte Behandlung von Frauen in der Musikindustrie. Grund genug für mich, diesen Schwachsinn mal auseinanderzunehmen. Schau dir meine Kritik zu diesem Jäger & Sammler Video an.

Ist die Popmusik sexistisch, weil es weniger Frauen in der Musik gibt als Männer?

Die Musikindustrie ist also sexistisch? Das ist das Ergebnis des journalistischen Online-Formats „Jäger & Sammler“, finanziert von Euren GEZ-Gebühren, wenn es um die Frage geht, warum es weniger erfolgreiche Frauen in der Musik gibt als Männer. Ganz am Anfang des Videos wird schon die entscheidende Frage gestellt:

„Kann es sein, dass Frauen einfach keine Ahnung von Musik haben?“

Meine Meinung dazu ist ganz klar: Frauen haben weniger Ahnung von Musik, genauso wie sie weniger Ahnung von Politik und Autos haben. Die meisten Frauen setzen sich auch nicht so intensiv und engagiert mit einer Sache auseinander wie Männer. Bei Teenagern sieht man das ganz deutlich. Während Jungs ihre gesamte Freizeit einem bestimmten Hobby widmen, wie zum Beispiel besser in einem Musikinstrument zu werden, gehen Mädchen lieber shoppen, Eis essen und mit ihren Freundinnen reden.

Wie viele Frauen kennst Du, die in ihrer Jugend regelmäßig und konsequent an einer Sache gearbeitet haben, und zwar mit dem Biss, mit dem es Männer meistens tun? Warum tun es Männer? Das hat unter anderem auch evolutionäre Gründe. Männer beeindrucken durch ihre Leistung. Das heißt, der Drive für uns Männer ist einfach stärker.

Diese Erklärung würde „Jäger & Sammler“ natürlich nicht akzeptieren. Stattdessen kommt die nächste Frage:

„Wo sind die erfolgreichen Frauen in der Musik?“

„Jäger & Sammler“ stellt es als Problem dar, dass in den Charts und auf Preisverleihungen zu wenige Frauen dabei sind. Das sei sexistisch. Für die 1 Live Krone wurden zum Beispiel letztes Jahr 31 männliche Acts nominiert und 4 weibliche. Und was sagt der Eins Live Musikchef, Andreas Löffler, dazu:

„Auf halb und halb wird es sowieso nie kommen, war auch nie so, und ist auch beim Grammy nicht so. In Deutschland fehlen uns im Moment einfach die weiblichen Popstars. Auch im RNB“.

So ist es. Seit Jahren versuchen Feministinnen eine Gleichheit zu erwirken, wo es keine Gleichheit gibt. Wenn unter all den Menschen, die Musik machen, 50 Prozent weiblich und 50 Prozent männlich wären, dann würden wir höchstwahrscheinlich auch eine gleiche Verteilung bei den Preisverleihungen sehen. Aber da viel weniger Frauen aktiv und konsequent Musik machen, gibt es natürlich auch weniger Preise für Frauen.

Aber „Jäger & Sammler“ hat natürlich eine ganz andere These:

„Die Mächtigen in der Musikindustrie sind Männer, die Männer fördern“

Ich kann es nicht mehr hören. Immer wieder die gleiche Geschichte, die wir von Feministinnen hören. Bei allen geilen, gut bezahlten Jobs, bei denen Frauen weniger vertreten sind als Männer, sind es immer die bösen Männer, die sexistisch sind und nur Männer fördern.

Labels sind Wirtschaftsunternehmen. Und wenn dort jemand das Gefühl hat, mit einer Sache viel Geld zu verdienen, dann wird das gemacht, egal ob der Künstler männlich oder weiblich ist.

Schon in den 80ern gab es Madonna und Kylie Minogue. Das sind Weltstars. Wie haben die es denn bitte geschafft, wenn Männer nur Männer fördern?

Wenn Frauen etwas Kreatives und Neues machen, dann werden sie auch erfolgreich. Ein Label-Chef denkt strategisch. Das Geschlecht des Künstlers ist ihm egal.

Musikindustrie

Und dass die Chefs der Major-Labels in Deutschland Männer sind, hat auch nichts mit Sexismus zu tun. Sie sind Chefs, weil sie im Job einfach mehr Gas geben, mehr Überstunden machen und sich durchboxen.

Wenn wir doch angeblich so eine gläserne Decke und so krasse Führungsstrukturen haben, wie kommt es dann, dass es überhaupt Frauen in Führungspositionen gibt? Es gibt weniger Frauen in Führungspositionen als Männer, weil Frauen sich meistens für diese Positionen nicht interessieren, während Männer hart dafür ackern.

Aber Salwa von „Jäger & Sammler“ lässt nicht locker. Sie wünscht sich genauso viele weibliche erfolgreiche Künstler wie männliche.

„Die Musikindustrie produziert Vorbilder, und entscheidet, wer bewundert wird. Warum überlassen wir das den Männern?“

Musik hört man, weil sie einem gefällt – und nicht, weil der Künstler ein Mann oder eine Frau ist. Es ist mir scheißegal, was Du zwischen den Beinen hast. Wenn Du geile Musik machst, dann höre ich sie. Also, liebe „Jäger & Sammler“, hört auf, alles als sexistisch darzustellen, was Euch nicht passt. So einfach ist es.

Sexismus in der Musikindustrie

Mich interessiert auch Deine Meinung dazu. Was denkst Du zu dem Video von „Jäger & Sammler“? Arbeitest Du vielleicht selber in der Musikindustrie und kannst etwas dazu erzählen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Dein Maximilian