Shit-Tests und Kompromisse – Wann nachgeben, wann nicht?

Shit-Tests
Maximilian Pütz

„Beziehung“ – das ist ein Thema, das wirklich alle angeht, nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Daher sind auch Frauen herzlich eingeladen, sich diesen Blog-Eintrag durchzulesen. Vielleicht lernt Ihr dadurch, Euer Verhalten besser einzuordnen. Konkret geht es um Shit-Tests, Verhaltensweisen von Frauen, die Männer – vor allem jene, die nichts von diesen Tests wissen – vor immense Probleme stellen.

Was ist ein Shit-Test und warum machen ihn Frauen?

 

Euch sagt der Begriff „Shit-Test“ nichts? Dann hier eine kurze Erklärung: Der „Shit-Test“ kommt aus dem Pick-Up und bezeichnet ein Phänomen, das vielen Männern Kopfschmerzen bereitet – mir ging es lange Zeit nicht anders. Wer es nicht kennt, denkt sich, Frauen seien komplett verrückt, bösartig oder hinterlistig. Ihr Verhalten treibt einen dann in den Wahnsinn. Interessant ist: Frauen sind sich dieses Verhaltens oft selbst nicht bewusst, denn es gibt bewusste und unbewusste Shit-Tests. Die meisten Shit-Tests sind unbewusster Natur. Doch hier nun eine Definition:

 

„Ein Shit-Test ist eine Verhaltensweise, die Dich auf Deine männliche Stärke hin prüft, die ersichtlich macht, ob Du auch in herausfordernden Situationen in Deinem männlichen Zentrum bleibst.“

 

Warum führen Frauen Shit-Tests durch? Weil sie wissen, dass Männer ziemliche Dummschwätzer sein können und oft einen auf dicke Hose machen, ohne dass etwas dahinter steckt. Frauen nutzen dann diese Tests, um herauszufinden, ob der Mann wirklich hält, was er verspricht, oder ob es sich um einen Schauspieler handelt – und um Männer einordnen zu können – steht ein Player vor mir oder jemand, der für eine feste Partnerschaft geeignet ist. Frauen sind meisterhaft darin, alleine durch ihr Verhalten Reaktionen hervorzurufen – sie finden dadurch viel besser als durch reines Fragen heraus, wer wir wirklich sind.

 

Diese Verhaltensweise ist Teil des Überlebensinstinktes von Frauen, denn noch vor nicht allzu langer Zeit, wir blicken gerade einmal 100 Jahre zurück, war es für die Frau überlebenswichtig, die richtige Entscheidung bezüglich ihres zukünftigen Ehemannes zu treffen. Wählte sie oder ihre Familie für sie den falschen Mann, so konnte das ihren finanziellen Ruin oder sogar den Tod bedeuten.

 

In der heutigen Zivilisation gibt es weniger Gefahren, aber natürlich besteht dieser Impuls, beschützt und versorgt werden zu wollen, immer noch – er ist seit Jahrhunderten archaisch bei jeder Frau angelegt. Es ist praktisch ein „Überlebensinstinkt“.

 

 

So bestehst Du die Shit-Tests deiner Freundin

 

Frauen fühlen sich von starken Männern angezogen – und damit ist nicht nur die Muskelmasse gemeint, sondern die innere Stärke, die Fähigkeit, sich nicht so leicht aus dem eigenen Zentrum werfen zu lassen und sich nicht ohne weiteres „auf Ansage“ zu verändern. Genau diese innere Stärke testen Frauen immer wieder, was Männer wiederum verrückt macht, weil sie nicht verstehen, was vor sich geht.

 

Beispiele sind etwa die Aufforderungen, weniger mit den Freunden zu unternehmen oder ein Hobby aufzugeben. Die Frau denkt in diesem Moment, dass sie das wirklich will, doch auf einmal nörgelt sie noch mehr herum, obwohl Du das Verhalten zu ihren Gunsten verändert hast. Ich denke, jeder von Euch Männern kennt dieses Verhalten, entweder von sich selbst oder aus dem Freundeskreis und bestimmt kennt Ihr auch ein Paar, wo der Mann keinen einzigen Shit-Test bestanden hat und damit nichts mehr zu melden hat, die Frau der Hausdrachen ist und nur noch herumkritisiert und diktiert. In einer solchen dysfunktionalen Beziehung verachtet die Frau ihren Partner, kann sich aber aufgrund ihrer eigenen Bedürftigkeit nicht von ihm trennen.

 

Wenn Deine Frau erst einmal den Respekt vor Dir verloren hat, können nur ganz massive Eingriffe die Situation retten. Einmal domestiziert, ist es für den Mann eigentlich unmöglich, die Macht zurückzugewinnen.

 

Ein typischer Shit-Test ist die Bloßstellung des Mannes in der Öffentlichkeit, etwa vor Freunden. Und damit meine ich nicht die Kritik beim Zuspätkommen, sondern richtig verletzende Aussagen, wie „Du bist ein kompletter Versager, lässt mich immer im Stich“. Dagegen muss man sich sofort massiv wehren.

 

Besonders heftig ist das Verhalten der Frau vor ihren Tagen, sie ist dann sehr emotional, durch den Wind, Traurigkeit wechselt sich mit Aggression ab und Du, als ihre nächste Bezugsperson, bekommst alles ab.

 

Nicht ohne Grund gibt es dafür den wissenschaftlichen Begriff „PMS“ also Prämenstruales Syndrom. Vor Gericht kann das sogar zu mildernden Umständen führen… Aber wenn Männer so etwas äußern, ist es natürlich sexistisch. Schon klar.

 

Wie kannst Du Dich in solchen Situationen verhalten?

 

Sei ihr Fels in der Brandung, an dem sich diese Emotionswellen brechen, genau das erwartet sie von Dir.

 

Sie möchte nicht, dass Du ihre Aussagen persönlich nimmst und ein Drama anzettelst. Du sollst ganz klare Nachfragen und Aussagen tätigen, sie auch mal in den Arm nehmen, aber auch ein Machtwort sprechen, wenn es Dir zu bunt wird. Verlasse die Wohnung oder suche Dir einen Rückzugsort, wenn die Situation zu eskalieren droht.

 

 

Was viele Männer bei Shit-Tests falsch machen

 

Viele meiner Freundinnen haben mir gesagt, sie mögen sich in diesen Momenten selbst nicht. Der Fehler, den Männer begehen: sie denken auf der Sachebene, suchen den Fehler bei sich selbst. Sie kommen angekrochen und schwören, sich zu ändern, bestimmte Dinge nie wieder zu tun. Sie ziehen sich damit aus ihrem Machtzentrum heraus, sind nicht mehr dieser Fels in der Brandung, sondern der Grashalm, der von jeder Emotionswelle überblasen wird.

 

Ein Grundproblem ist die Abhängigkeit der Männer von Frauen. Je weniger Auswahl Du als Mann hast, desto krasser bist Du manipulierbar und umso mehr negatives Verhalten lässt Du durchgehen.

 

Du tust aber weder Dir noch der Frau damit einen Gefallen. Ich bin der Meinung, die beste Grundlage für eine Beziehung ist ein Gleichgewicht. Die Frau kann nicht mit dem Gefühl leben, der Mann benötige sie mehr als sie ihn. Sobald sie merkt, der Mann ist von ihr abhängig, verrät seine eigene Integrität, nur um die Beziehung aufrechtzuerhalten, dann geht das ganz schnell den Bach runter. Das zeigt sich bereits in ganz kleinen Sachen, etwa Verhaltensänderungen. Es gibt da dieses Beispiel von der Frau, die einen Rocker liebt, ihm dann nach und nach vorschreibt, er solle die Lederjacke gegen das Jackett, die langen Haare gegen eine schicke Gelfrisur und die Harley Davidson gegen einen VW Passat eintauschen. Schritt für Schritt passt sie ihn an, quasi schleichend, bis er nicht mehr der Rocker ist, der er mal war. Was macht sie: Sie verlässt ihn für einen neuen Rocker.

 

 

Was Frauen anzieht

 

Es gibt zwei Faktoren, von denen Frauen angezogen sind. Zum einen die ursprünglichen männlichen Attribute, innere Stärke, Dominanz und Führung, zum anderen weiche Faktoren wie Fürsorge, Treue und Loyalität. Die zweitgenannten Eigenschaften sind eher auf der Verstandesebene angesiedelt. Wenn Frauen 35 Jahre alt sind, wählen sie andere Männer zum Heiraten, als die, mit denen sie die ganze Zeit Sex hatten, denn sie konzentrieren sich auf den Versorgertypen. Die Gefahr dabei ist, einen totalen Langweiler zu erwischen – dann sehnt sie sich wieder nach einem Alpha-Mann.

 

Langfristig liegt der Schlüssel in der Kombination beider Qualitäten.

 

Blicken wir in meine Vergangenheit zurück, so fehlte es mir nie an Herzenswärme und der Fähigkeit, zuhören zu können, allerdings, wie bei vielen anderen Deutschen auch, an natürlicher Männlichkeit. Keiner hatte mir das beigebracht, mein Vater war nie anwesend, die Eltern getrennt. Außerdem lernst Du in dieser Gesellschaft nicht mehr, was es bedeutet, Mann zu sein. Du bekommst von Anfang an – auch abseits des Feminismus –  eingeimpft, alles, was mit Männlichkeit zu tun hat, sei schlecht. Aggressivität, Dominanz und Eroberung sind negativ –  das ist die Denkweise des Mainstream. Dabei wollen Frauen erobert werden, egal wie emanzipiert sie sind.

Warum sitzen so viele Männer in den Führungsetagen von Unternehmen? Das hat genau mit diesen männlichen Eigenschaften zu tun –  nicht mit dem Patriarchat, das die Frauen zurückhält, sondern mit dem innerlichen Drive, der Männer auszeichnet und Frauen nicht. Frauen besitzen einen Wert an sich. Wenn Frauen auf die Welt kommen, geschlechtsreif werden, werden sie von der Gesellschaft als wertvoll wahrgenommen. Männer dagegen müssen erst durch Leistung überzeugen, etwas erschaffen, beweisen. In meinen Business Coachings spiegelt sich das wider. Diese Kurse stehen offen für Frauen, aber oft kommen auf 30 männliche Teilnehmer gerade einmal 2 weibliche.

 

 

Wie wichtig sind Kompromisse in einer Beziehung?

 

 

Was ich oft erlebe bei befreundeten Pick-Up-Artists: Ehemals sehr schwache Persönlichkeiten, nicht selten Spielball ihrer Partnerinnen, drehen den Spieß um und werden plötzlich komplett herzlos. Diese Leute betrachten jede Situation als Shit-Test und gehen nie Kompromisse ein. Dabei ist an Kompromissen nichts verkehrt, Beziehung ist immer auch Kompromiss. In keiner Beziehung kannst Du hundertprozentig Dein Ding durchziehen, das wäre purer Egoismus. In einer Beziehung sollten zwei erwachsene Menschen ihre Bedürfnisse offen und transparent kommunizieren und dann schauen, ob sie sich in der Mitte treffen können.

 

Ich könnte beispielsweise auch auf fünf Festivals pro Jahr gehen, viel mehr herumreisen. Ich mache es aber nicht, weil mir meine Freundin wichtig ist  –  sie durchgängig zu ignorieren oder aufs Abstellgleis zu verfrachten, wäre unfair.

 

Eine andere Sache ist mein Humor. Grenzwertige Sprüche gehören einfach zu mir, so hat mich meine Freundin kennengelernt, und wenn sie fordert, diesen Humor abzustellen, weil eine ihrer Freundinnen ihn abstoßend findet, dann sehe ich das nicht ein, denn dieser Humor ist Teil meiner Identität. Man darf nicht vergessen, sich auch als Individuum zu betrachten, nicht nur als Einheit. Alles, was Deine Identität angeht, etwa ein liebgewonnenes Hobby, solltest Du Dir bewahren, der Kompromiss besteht dann darin, dieses Hobby nicht mehr rund um die Uhr zu betreiben, sondern – je nachdem wie Eure Bedürfnisse sind – angemessen zu begrenzen.

 

Achtung vor stillen Kompromissen. Wenn Du heraushörst oder spürst, dass Deine Freundin irgendetwas gut oder nicht gut findet und Du Dich danach richtest, ist das der falsche Weg.

 

Ich hatte mal eine Verbindung zu einer Frau, die abends immer für mich gekocht hat, weil sie meine Begeisterung für das Thema „Essen“, das ich durch meine griechische Mutter „geerbt“ habe, mitbekam. Nach drei Monaten warf sie mir dann im Streit vor, jeden Tag für mich gekocht zu haben, ohne es wirklich zu wollen. Ich hatte sie aber gar nicht darum gebeten; um mir zu gefallen, ist sie diesen stillen Kompromiss eingegangen. Also: Kommuniziere, wenn du einen Kompromiss eingehst – deine Partnerin weiß sonst nicht, dass Du es für sie tust und hat dann nicht die Möglichkeit, es wertzuschätzen oder Dir entgegenzukommen.

 

Kompromisse sind wichtig für eine Beziehung, aber Du solltest nie Deine Identität verraten, behalte Deine Hobbies bei, behalte Deine Mission im Blick, pflege Deine Freundschaften weiter. Eine Beziehung sollte nicht einschränken oder sogar einen Käfig darstellen, sie sollte die Kirsche auf dem Vanilleeis sein, das Sahnehäubchen auf Deinem Leben. Frage nicht immer Deine Freundin um Erlaubnis, wenn Du irgendetwas machen möchtest.

 

Deine Freundin ist nicht Deine Mutter!

 

Natürlich besprichst Du es mit ihr, klärst sie über Deine Pläne auf, aber Du lässt sie nicht darüber entscheiden, denn dann verlierst Du an Anziehung. Kommuniziere immer offen, wenn Du gerade einen Kompromiss eingehst und Dich auf Deinen Partner zubewegst oder ihm eine Freude bereiten willst. Dann kommt es nicht zu stillen Kompromissen, die Dein Partner eigentlich gar nicht erwartet.

 

Frauen stehen anders zu ihrer Beziehung als Männer

 

Übrigens: Frauen empfinden Nähe und Distanz ganz anders als Männer. Für Frauen kreist sich alles um die Beziehung; auch wenn sie mittlerweile vermehrt Karriere machen, das ist einfach in ihnen angelegt. Ganz viele Karrierefrauen würden für ihren Traummann alles aufgeben. Ihr Blick ist immer nach innen gerichtet, während der Mann den Blick nach außen richtet, auf seine Mission, seine Ziele. Für ihn ist die Beziehung der Hafen, zu dem er immer wieder gerne zurückkehrt, an dem er sich erfreut. Für die Frau ist die Beziehung das Leben. Dadurch entstehen weitreichende Konfliktpotenziale.

 

Kommuniziere daher Deiner Freundin, dass sie das Wichtigste auf der Welt für Dich ist, Dir andere Dinge, etwa der Fußball oder Deine Freunde, aber auch sehr wichtig sind und einen gewissen Raum einnehmen werden. Die Frau muss verstehen lernen, dass es nichts mit ihr zu tun hat, wenn Du etwas mit Deinen Freunden unternimmst oder mal längere Zeit abschalten willst.

 

 

Dein Maximilian

 

 

 

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