Polygamie vs. Monogamie

Polygamie vs. Monogamie

Polygamie ist gleich Hobby-Prostitution behauptet Hagen Grell in einem seiner aktuellen Videos. Leider ist dieses Video voll von Vorurteilen. Diese möchte ich hier gerne aufklären. Schaue Dir mein Video dazu an oder lies den Artikel. Denn so schwarz-weiß ist die Welt nicht.

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https://youtu.be/epHnC5pGFfE

Bei diesem Video handelt es sich um ein Antwortvideo zu einem Antwortvideo. Angefangen hat Oliver Flesch mit seiner Kritik der Patrioten. Darin kritisiert er, dass die Patrioten einen Stock im Arsch haben und nicht sexuell offen sind, sich dabei aber aufregen, dass Oli in einer offenen Beziehung lebt. Daraufhin hat Hagen das Video „Freie Liebe vs. Hobby-Prostitution“ gemacht. Darin bezichtigt er im Prinzip alle Leute, die der Polygamie nachgehen der Prostitution.

Ich als jemand, der sowohl Monogamie als auch Polygamie gelebt hat, möchte nun auch mein Wörtchen dazu sagen und auf ein paar Denkfehler und Vorurteile hinweisen, die Hagen in seinem Video benennt, und die einfach viele monogame Menschen haben.

Irrglaube Nr. 1: In der Polygamie macht jeder, was er will.

Wenn Leute von offener oder polygamen Beziehung sprechen, dann denken sie oft, dass die Paare wild herumvögeln und jeder macht, was er will. De facto ist es aber so, dass ich kein Paar kenne, dass völlig ohne Regeln lebt.

Ich selbst scherze immer, dass ich monogamer bin als die meisten Monogamen. Daran ist aber auch viel Wahrheit dran. Denn zum Beispiel ist es bei mir jetzt so, dass ich praktisch wieder seit einem oder zwei Jahren monogam lebe. Gleichzeitig kenne ich viele Menschen, die sich als monogam bezeichnen, die es allerdings nicht schaffen, zwei Jahre nur mit einer Person zu schlafen.

Die ganzen Dating-Apps sind voll von Leuten, die nach Möglichkeiten suchen, ihre Partner zu betrügen. Und wie viele Leute im Urlaub fremdgehen – davon wollen wir gar nicht reden.

Leute, die in einer offenen Beziehung leben, sind einfach nur dazu bereit, das Thema Sexualität eventuell auch von ihrem Partner abzukoppeln. Für sie ist es tendenziell möglich, dass sie auch etwas mit einem anderen oder einer anderen haben kann.

Polygamie kann ganz viele verschiedene Formen annehmen. Manche gehen alle paar Monate in den Swinger-Club. Andere haben ein befreundetes Paar, mit dem sie eine Art Partnertausch machen. Wieder andere erlauben es, im Urlaub Sex mit anderen zu haben.

Aber es ist niemals so, dass es überhaupt keine Regeln gibt. Im Gegenteil! Es gibt da ganz strenge Regeln, die mit dem Partner verhandelt werden. Dass man überhaupt erstmal einen ehrlichen Diskurs miteinander führt, ist das Spannendste und Großartigste dabei. Und was ist eine stärkere Voraussetzung für eine glückliche Beziehung als Ehrlichkeit?

Irrglaube Nr. 2: In einer monogamen Beziehung begehrt man nur eine Person

Eine Sache ist sicher: 90 Prozent der monogamen Partner reden nicht ehrlich über dieses Thema. Sie würden nie ehrlich sagen „Ja, ich begehre manchmal auch jemand anderes“. Unsere Triebe sind da. Unsere Lust auf irgendwelche anderen Sexualpartner ist da. Auch bei einem Monogamen.

Bei Frauen mag es gerade in den ersten Beziehungsjahren noch vorkommen, dass sie wirklich keine Lust auf andere Sexualpartner haben. Aber Männer haben eigentlich schon nach kurzer Zeit Lust, mit anderen zu schlafen.

Ich nenne deswegen die Monogamie einen Nichtangriffspakt. Denn meistens sind Menschen nicht deswegen monogam, weil sie es selbst möchten, sondern weil sie möchten, dass ihr Partner monogam ist.

Stellt mal euren Freunden die folgende Frage, wenn ihre Freundin gerade nicht dabei ist: „Was würdest Du machen, wenn Deine Freundin Dir sagen würde ‚Pass auf, es ist mir vollkommen egal, was Du machst, Du kannst mit jedem Mädchen ins Bett steigen, mit dem Du willst. Aber ich bleibe Dir treu und würde niemals Sex mit jemand anderem haben.“ Die Männer möchte ich sehen, die sagen, dass sie trotzdem monogam leben wollen.

Bei Popstars sieht man es ganz deutlich. Je berühmter ein Mann ist, desto weniger monogam ist er, und desto eher ist die Frau bereit, diesen Mann mit anderen Frauen zu teilen.

Irrglaube Nr. 3: Monogamie ist traditionell und edel. So haben die Menschen schon immer gelebt.

Das ist absoluter Bullshit. Monogamie ist ein rares Konzept in der Weltgeschichte und eine ziemlich moderne Vorstellung von Partnerschaft. Erst im Mittelalter, mit dem Aufkommen der katholischen Kirche, wurde die Ehe als eine heilige Einheit gesehen, in der man sich treu sein musste. Davor war Ehe immer ein Wirtschaftsbündnis. Romantische Liebe und Leidenschaft in der Ehe war verpönt.

Wer Leidenschaft leben wollte, der musste das mit Leuten außerhalb der Ehe machen. Das beschränkte sich in erster Linie auf den Mann, der dann zum Beispiel ins Hurenhaus gegangen ist.

Dass die Sexualität an die Ehe gebunden ist und dass Eheleute sich treu sein sollen, ist relativ neu.

Evolutionär gesehen war das auch besser, dass der stärkste Mann, der Alpha-Mann, der beste Jäger, der erfolgreichste Mann, immer mehrere Frauen hatte, und mehrere Frauen geschwängert hatte und somit seine Gene weitervererbte.

Eigentlich wurde das auch deswegen reglementiert, um zu kontrollieren, dass auch die schwächeren Beta-Männer eine Frau abkriegen. Dafür wurde die Ehe eingeführt oder ähnliche Institutionen.

Vieles von dem, was ich hier sage, kannst Du nachlesen in dem sehr guten Buch von Michael Mary „5 Lügen die Liebe betreffend“.

Irrglaube Nr. 4: Partnerschaftliche Liebe und Sexualität gehören zusammen

Partnerschaftliche Liebe und sexuelle, leidenschaftliche Liebe sind mitnichten zwei Dinge, die zusammengehören. Es sind sogar zwei Dinge, die sich fast voneinander ausschließen.

Je mehr partnerschaftliche Liebe vorhanden ist. Wenn ihr zusammen lebt, den gemeinsamen Haushalt schmeißt, kuschelnd auf dem Sofa liegt, dann lebt ihr eine schöne partnerschaftliche Liebe. Doch je näher Ihr Euch seid, und je besser Ihr als Paar funktioniert, desto schwieriger ist es, leidenschaftliche Sexualität zu leben.

Leidenschaft lebt vom Feuer, von Streit, von Distanz. Deswegen treiben es die meisten Paare erst dann wieder wild, wenn sie Streit haben, wenn sie dabei sind, sich zu trennen, oder wenn sie eifersüchtig sind. In solchen Momenten kocht diese Leidenschaft nochmal richtig los.

Paare, die vier, fünf Jahre zusammen sind, müssen dann wirklich sehr viel dafür tun, dass überhaupt noch irgendeine Sexualität stattfindet. Denn sonst schläft sie einfach bei den meisten Monogamen ein.

Irrglaube Nr. 5: Die Philosophie der Freien Liebe, die den 68ern stark ähnelt, ist in Wirklichkeit Hobby-Prostitution

Nicht alles, das aus den 68ern kommt, ist schlecht

Polygamie ist eigentlich das Ursprüngliche, wie Menschen immer zusammen gelebt haben. Das Modell kommt nicht aus den 68ern. Aber selbst wenn es aus den 68ern kommen würde: Nur, weil es aus den 68ern kommt, ist es nicht per se schlecht. Das ist genau der gleiche Fehler, den Patrioten oft den Linken vorwerfen. Nur, weil im Sozialsozialismus Mütter gut dastanden und Mütter geehrt wurden, ist es nicht schlecht, jetzt heute wieder Mütter zu ehren.

Sexualität außerhalb der Partnerschaft ist keine Prostitution

Es ist sehr unfein, polygame Menschen als Hobby-Prostituierte zu bezeichnen. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, denn Prostitution hat immer etwas mit einem Gegenwert zu tun. Da sind eher Ehen vergleichbar mit Prostitution, weil man da auch Ressourcen einzahlen muss. Aber nur weil jemand mit jemand anderem Sex hat, oder auch mit mehreren Leuten Sex hat, macht ihn oder sie das noch nicht zu einer Prostituierten.

Irrglaube Nr. 6: Die Freie Liebe ist gesellschaftlich nicht nachhaltig

Ich kenne viele Menschen, die in polyamoren Beziehungen leben. Ich war vor vielen Jahren mal mit einer Tantra-Gruppe drei Wochen auf Kroatien. Sie haben alle freie Liebe gelebt. Das waren drei sehr glücklichen Wochen in meinem Leben. Diese Menschen waren so positiv und voller Liebe. Natürlich haben sie auch Probleme und Ängste, so wie es alle Menschen haben. Aber sie waren eigentlich ein strahlendes Vorbild für Menschen, wie sie eigentlich sein sollten. Ich habe mich damals auch inspirieren lassen, mein Lebensmodell zu überdenken.

Zum Thema „Gesellschaftliche Nachhaltigkeit“: Das Prinzip der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist wie gesagt relativ neu. Evolutionär gesehen ist es natürlich besser, wenn ein erfolgreicher Alpha-Mann mehrere Frauen schwängern dürfte. Dann hätte man den größten Nachwuchs, und den stärksten Nachwuchs. Das darf man nicht, deswegen gilt hier die Gemeinschaft von Mann und Frau. Und wir wissen ja, wie nachhaltig das in Deutschland funktioniert. Nämlich: Da bekommt dann der Deutsche 1.4 Kinder. Und 70-80 Prozent der Ehen werden geschieden.

Die Lebensrealität ist nun mal so, dass wir heute sehr sehr viel Auswahl haben, gerade durch Tinder, denken die Leute immer, der nächstgeilste Stecher ist an der nächsten Ecke. Das finde ich persönlich auch bedenklich. Und deswegen bin ich für eine reglementierte Offenheit, die nicht heißt, ich kann rumbumsen wie ich will, sondern man geht diesen Weg als Paar und schaut, wie man es miteinander löst.

Aber von Nachhaltigkeit bei dem Scheitern all dieser Ehen und Familien zu sprechen, halte ich für sehr illusorisch.

Das Ehemodell ist meiner Meinung nach am Ende. Das wird auch keiner wiederbeleben. Und auch die Großfamilie unter den Deutschen wird auch keiner mehr wiederbeleben.

Irrglaube Nr. 7: In der Polygamie steht die Sexualität im Mittelpunkt

Die Sexualität steht eben nicht im Vordergrund bei offenen Beziehungen, sondern die Liebe. Die Sexualität steht bei monogamen Paaren im Vordergrund. Denn hier ist ja ganz klar: Wenn man mit jemand anderem als dem Partner schläft, egal wie lange man schon zusammen ist, wenn man ein Mal mit irgendeiner anderen Person Sex hat, wird dieser Bund auf einmal aufgelöst. Also wo steht da die Sexualität mehr im Vordergrund?

Die Sexualität spielt eher eine Nebenrolle in offenen Partnerschaften, weil die Liebe, das Verbindende, viel stärker und viel wichtiger ist. Sie bleiben sogar zusammen, wenn sie auch Sex mit anderen Partnern haben. Da sieht man, dass ein Paar etwas ganz anderes verbindet als die Sexualität.

Da habe ich eher das Gefühlt, dass sich bei den Monogamen alles um Sexualität dreht als bei den Leuten, die in einer offenen Beziehung leben.

Irrglaube Nr. 8: Man lässt die Chance auf eine tolle, langjährige Beziehung entgehen, nur um weiterhin Spaß zu haben.

Das Argument verstehe ich überhaupt nicht. Das ist doch gerade das Schöne an einer offenen Beziehung, dass du eine Langzeitbeziehung haben kannst, und trotzdem auch noch sexuellen Spaß außerhalb der Beziehung. Es gibt praktisch gar nicht mehr den Grund, dass du dich trennen müsstest von deinem Partner, nur weil du jemand anderen attraktiv oder sexuell anziehend findest.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Beziehungen daran zerbrechen, dass jemand irgendwie auf einen anderen steht oder irgendwann mal sexuell die Luft raus ist. Die meisten Leute tauschen einfach irgendwann mal ihren Partner. Man spricht da ja von serieller Monogamie. 2-3 Jahre kann jeder monogam bleiben. Sexuelle Anziehung ist ungleich Liebe.

Du könntest mir die heißesten Frauen an den Start bringen, ich würde sie vielleicht vögeln, aber keine davon würde es schaffen, mich auch nur einen Zentimeter von meiner Freundin wegzubringen. Denn diese Liebe ist auf einer ganz anderen Ebene. Das kann einem auch keiner nehmen.

In der Polygamie habe ich die Freiheit, dass ich mit anderen Frauen schlafen darf. Aber diese Freiheit nimmt mir auch den Reiz, und ich muss es nicht unbedingt tun.

Und wie ist es in einer monogamen Beziehung? Irgendwann bist du 30 und bist 5 oder auch 8 Jahre mit deiner Freundin zusammen, und irgendwie denkst du dir „ich muss auch mal jemand anderes erleben. Das kann’s doch nicht gewesen sein“. Als Monogamer musst Du Dich dann entscheiden, ob Du die Beziehung beendest, damit Du wieder single bist, oder ob Du das Verlangen unterdrücken musst und dann irgendwelche Pornos reinziehst.

Sobald monogame Menschen eine Beziehung beenden, vögeln sie meist herum wie die Wilden, viel schlimmer als irgendwelche 68er.

Irrglaube Nr. 9: Der Mensch wird in der Polygamie zum Konsumprodukt

Ob der Mensch zu einem Konsumprodukt wird oder nicht, entscheidet sich doch viel mehr mit meiner innere Einstellung als damit, ob ich Sex habe mit einer Person oder mit zwei oder drei. Auch im dem Buch von Michael Mary wird nachgewiesen, dass das Monogame etwas mit dem Besitzrecht zu tun hat. Die Erbfolge sollte gesichert werden, und deswegen wurde dann irgendwann, als die Menschen sesshaft geworden sind, gesagt, die Frau müsse monogam sein, damit klar ist, an wen vererbt werden soll.

Gerade Monogame beanspruchen ja ein Recht auf die Sexualität und besitzen den Partner viel mehr als in offenen Partnerschaften, wo man sagt, mein Partner ist ein eigenständiges Wesen und ich kann nicht erwarten, dass er immer nur Lust auf mich hat.

Was ist denn, wenn ich einen schweren Autounfall habe und dann querschnittsgelähmt werde, und kann meiner Freundin überhaupt keine Sexualität mehr geben? Muss meine Freundin dann den Rest ihres Lebens auf Sex verzichten? Und das nennen Monogame dann Liebe. Da ist für mich ein ganz großer Denkfehler drin. Ist das die liebevolle Haltung dem Partner gegenüber?

Irrglaube Nr. 10: In der Polygamie herrscht die Gefahr, dass die Freundin einen für einen anderen Mann verlässt

Und da sind wir doch beim Kern. Du hast Angst. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Wir alle haben diese Angst, unseren Partner zu verlieren, oder dass jemand anderes besser sein könnte. Diese Angst ist aber vollkommen unbegründet. Denn Partnerschaft ist etwas ganz anderes. Paare hält etwas ganz anderes zusammen als die Sexualität. Selbst wenn der Typ der Beste ist im Bett, ist es sehr unwahrscheinlich, dass deine Freundin dich deswegen verlässt und zu diesem Typen geht.

Das Thema ist, diese Angst ist bei einem Monogamen viel gerechtfertigter. Denn wenn deine Freundin wirklich scharf ist auf diesen muskulösen Supertypen mit einem riesen Schwanz und sich richtig nach ihm verzehrt, es aber nicht leben kann, dann steckt man das vielleicht einmal weg, zwei mal, drei mal. Aber irgendwann wird dieser Missmut dann so groß, dass darüber ein Konflikt in der Partnerschaft entsteht und diese Partnerschaft aufgelöst wird.

In Bezug auf die Gefahr, die Partnerin könnte ein Kind von einem anderen erwarten, kann ich nur sagen, dass dies etwas ganz Utopisches ist. Wenn man in einer polygamen Partnerschaft Sex mit anderen Leuten hat, dann natürlich auch geschützt. Ich hätte auch keinen Bock ein Kind von einem anderen großzuziehen.

Dann ist da noch die Gefahr, es könnte zu viel Gefühlschaos entstehen. Doch dieses ist doch genauso in monogamen Beziehungen, wenn nicht sogar mehr vorhanden. Das kannst du mir glauben.

Fazit: Leben und leben lassen

Viele monogame Menschen wollen denjenigen, die in offenen Beziehungen leben, die Polygamie als Lebensmodell absprechen. Dabei hat dies für sie überhaupt keinen Schaden. Was passiert in Deinem Leben, wenn Dein Nachbar ab und zu in den Swinger-Club geht?

Der Schaden an der Gesellschaft entsteht eher an den vielen Scheidungen und Trennungen, bei denen Kinder beteiligt sind. Und diese Trennungen entstehen leider oft, weil sich jemand in einen anderen verliebt, oder Lust hat, mit jemand anderem Sex zu haben. Da dies in einer monogamen Partnerschaft nicht vorkommen darf, zerbrechen diese Partnerschaften.

Ich persönlich halte die offene Beziehung als einzige Rettung für die beständige Beziehung zwischen Mann und Frau.

Wenn man mich fragt, welchem Lebensmodell ich folge, muss ich sagen, dass ich zwischen den Polen Monogamie und Polygamie schwanke. Ich bin da einfach nur gedankenoffen. Aber auch wenn ich im Geiste noch nicht soweit bin und auch mit Eifersucht zu kämpfen habe, bin ich im Herzen überzeugt, dass der gute und edle Weg derjenige ist, dem Partner das zu gestehen, was er gerne leben möchte. Alles andere ist Egoismus. Alles andere hat mit Angst und Besitzergreifen zu tun.

Ich hoffe, Du als Leser konntest ein paar Impulse mitnehmen. Schreibe mit bitte in die Kommentare, welches Modell Du lebst. Und wenn Du monogam lebst, tust Du es wirklich aus Überzeugung oder weil Du nicht willst, dass Deine Partnerin mit anderen Leuten schläft? Das wäre eine interessante Diskussion.

  • Ich sehe Polygamie ebenso positiv.

    Ich denke, dass es oft auch einfach Neid ist von Leuten, die es nicht schaffen, mehrere Frauen gleichzeitig zu haben.

    Für die meisten ist es ja schon extrem schwer, überhaupt eine Frau zu bekommen – mehrere Frauen zu haben ist für sie undenkbar. Und daher regen sie sich dann auf, über Männer, die mehrere haben.

    • Hahha true.. Die größten Verfechter der Monogamie sind die , die sowieso froh sind wenn sie mal eine haben …

  • Hallo Maximilian,

    ich habe eine Frage an Dich bzgl. von einem Deiner Blogs.

    Du schreibst:

    “Evolutionär gesehen war das auch besser, dass der stärkste Mann, der Alpha-Mann, der beste Jäger, der erfolgreichste Mann, immer mehrere Frauen hatte, und mehrere Frauen geschwängert hatte und somit seine Gene weitervererbte.

    Eigentlich wurde das auch deswegen reglementiert, um zu kontrollieren, dass auch die schwächeren Beta-Männer eine Frau abkriegen. Dafür wurde die Ehe eingeführt oder ähnliche Institutionen.”

    Findest Du das grundsätzlich gut oder schlecht, “dass auch schwächeren Beta-Männer eine Frau „abkriegen”?

    Ich halte es grundsätzlich für legitim, z. B. die monogame Ehe kritisch zu hinterfragen, und Alternativen vorzuschlagen. Ich denke aber, dass man die Sache nicht nur individuell (auf meine eigenen Belange bezogen) betrachten sollte, sondern auch gesellschaftlich (auch auf die Belange der anderen Menschen bezogen). Dann sollte man sich auch die Frage stellen, ob die monogame Ehe auch positive Aspekte hat, die man nicht einfach über Bord werfen, sondern ggf. in ein neues Modell integrieren sollte.

    Das Grundprinzip, dass nicht ein Mann viele Frauen “abkriegt” und ein anderer keine, sondern (grundsätzlich) jeder eine, halte ich für einen Akt der Solidarität unter Männern. Wenn man umgekehrt als Mann erreichen möchte, dass man selbst mehrere Frauen “abbekommt” (ohne dass dasselbe auch umgekehrt für die Frauen gilt), dann bedeutet das m. E., dass man den eigenen Wunsch, mit mehreren Frauen zusammen zu sein und z. B. zu schlafen, höher gewichtet als die Solidarität mit anderen Männern. Letzteres ist aber, laut einem Deiner älteren Posts, dem ich zustimme, nicht gut.

    PS: Ich habe auch gehört, dass das „Harems“-Prizip (der Alpha-Mann ist mit mehreren Frauen zusammen, eher aus der Jungsteinzeit und späteren Zeitaltern kommt, als es aufgrund der Sessaftigkeit möglich war, Besitz zu akkumulieren, z. B. Äcker und Gebäude. In der Altsteinzeit (Jäger und Sammler) seien die Menschen hingegen vielfach als Paare unterwegs gewesen, und hätten meistens zusammen (Männer und Frauen) Kleinwild gejagt.

    Vielen Dank

    • Es ist eine grundsätzlich humanerer Approach das auch Beta Männer eine Frau abbekommen… Bei diesen Dingen muss man immer betrachten was die evolutionär beste Sache ist, und was die menschlichste ist. Der Ansatz der Natur ist gnadenlos aber unglaublich effektiv. Im Moment degeneriert der Mensch in der westlichen Welt immer mehr, da die Fortpflanzung praktisch auf dem Kopf steht. Die gebildetsten und erfolgreichsten bekommen keine oder wenige Kinder, und die Asis vermehren sich wie die Kaninchen. Gesamtgesellschaftlich sind wir im Arsch.. Schau dir Idiocracy an.. Eine Komodie aber nicht so weit von der Wahrheit wie man glaubt.