Streit in der Beziehung

Du hast immer wieder Streit in Deiner Beziehung? Du hast Angst, dass dies zu einer Trennung führt und fragst Dich nun, was Du dagegen tun kannst?

Häufig sind es Kleinigkeiten, die einen längeren Streit auslösen – und schließlich zur Trennung führen. Wir verraten Dir, was Du in diesem Fall tun kannst und geben Dir wertvolle Streit Tipps!

Du hast nur noch Streit in der Beziehung?

Jüngst hat es eine britische Studie wieder ans Licht gebracht: Paare streiten im Durchschnitt ganze 312 Mal im Jahr – dies bedeutet, dass sie sich lediglich an 53 Tagen im Jahr nicht in die Haare geraten.

Nur noch Streit in Deiner Beziehung: Was tun?

Die Gründe, die einen Streit auslösen können, sind äußerst vielfältig – hier eine kleine Auswahl:

  • Frauen sind genervt, wenn Männer ihre Bartstoppeln nicht aus dem gemeinsamen Waschbecken entfernen
  • auch noch vorhandene Spuren in der Toilette können aus weiblicher Sicht schnell einen Streit auslösen
  • das Gleiche gilt für das ständige Zappen beim Fernsehen
  • auch das nicht Auswechseln der Klorolle ist ein beliebter Streitauslöser
  • Männer hingegen schätzen es gar nicht, wenn die Liebste zu lange im Bad braucht
  • auch Haare im Abfluss oder nicht ausgeschaltetes Licht ist ein beliebtes Streitthema

Erschreckend banale Gründe also. Dahinter steckt jedoch häufig unterdrückter Groll oder Unmut, der seinen Ursprung ganz woanders hat.

Studien zufolge streiten Paare übrigens häufig über ein und dieselbe Sache. Und so bekommt der Partner des Öfteren Sprüche wie “Du hast schon wieder das Klo nicht sauber gemacht!” oder “Wie lange brauchst Du denn noch?!? Du kannst Dich auch nie beeilen!” zu hören.

Solche Sprüche machen den Streit jedoch nur noch schlimmer. Kein Wunder, dass sich infolgedessen immer mehr Groll anstaut – und schließlich in der Trennung mündet.

Heftiges Streiten in der Beziehung – was tun?

Häufig ist, wie bereits erwähnt, eine Kleinigkeit der Auslöser für einen lautstarken und nervenzehrenden Streit. So reicht es beispielsweise aus, wenn einer der Partner aufgrund seiner chronischen Unpünktlichkeit zu spät kommt.

  • der andere regt sich immer wieder hierüber auf
  • es ändert sich jedoch nichts
  • dieses Spiel kann über Jahre hinweg gehen
  • der Frust wächst jedoch kontinuierlich an

Andere Kritikpunkte kommen jedoch hinzu: “Dass Du auch nie richtig das Bett machen kannst!”, “Wie Du immer das Geld aus dem Fenster schmeißt!” usw.

Somit entsteht ein Zwangsprozess, bei dem immer häufiger negative Gefühle mit dem Partner verbunden werden.

  • das Gehirn lernt, die Äußerungen und das Verhalten des Partners negativ zu finden
  • so entsteht eine Art Reflex
  • kann dieser nicht gestoppt werden, ist eine Trennung unvermeidlich

Und somit scheitern nicht wenige Beziehungen an (vermeintlich) dramatischen Unterschieden zwischen den beiden Partnern – sondern an ihrem Unvermögen, mit banalen Unterschieden richtig umzugehen.

Das Grundproblem der Paar Kommunikation

Generell werden zu wenige “weiche” Gefühlsäußerungen gemacht. Beispiele hierfür sind Sätze wie “Ich fühle mich häufig nicht richtig anerkannt”, “Ich bin verletzt” oder “Ich fühle mich vernachlässigt von Dir”.

  • solche Sätze fallen häufig schwer, da man sich damit angreifbar macht
  • sie sind jedoch die wichtigste Aussage bei Auseinandersetzungen
  • stattdessen werden andere Kritikpunkte in verletzender Form geäußert
  • diese sind jedoch nicht das eigentliche Problem

Streit in der Beziehung vermeiden – effektiv oder nicht?

Soll das Streiten in der Beziehung nun um jeden Preis vermieden werden? Dies ist auch nicht die richtige Strategie. Denn Streiten will gelernt sein – und effektives Streiten kann die Beziehung sogar stärken.

  • hierbei gilt: der Ton macht die Musik
  • so sollte man stets auf einen respektvollen Umgang miteinander achten
  • dies kann Paare zusammenschweißen und sogar weiterbringen

So solltest Du in jedem Fall vermeiden, Deine Partnerin aggressiv anzugehen. Achte darauf, bei Eurer Auseinandersetzung auch Gesten der Freundlichkeiten einzubauen – ein Lächeln oder eine kurze Berührung sind in diesem Zusammenhang gut geeignet,

  • frontale Angriffe sind hingegen verboten
  • So solltest Du auf Sätze wie “Immer lässt Du Dein nasses Handtuch herum liegen” verzichten
  • besser sind Aussagen wie “Ich finde es nicht gut, wenn Du Dein Handtuch einfach auf den Boden wirfst. Ich brauche nämlich eine gewisse Ordnung, damit ich mich wohlfühlen und entspannen kann. Bitte versuche, das nächste Mal daran zu denken.”

Gut ist es also, seine Aussagen stets in der “Ich-Form” zu formulieren. Dies wirkt nicht so verletzend und pauschal – sondern ermöglicht es dem Gegenüber, sein Gesicht zu wahren und sich nicht in die Defensive gedrängt zu fühlen.

In der Beziehung kommt es auf gegenseitigen Respekt an

Glückliche Paare streiten also auch – und mitunter ebenso heftig wie nicht so glückliche Pärchen. Doch der wesentliche Unterschied liegt in dem gegenseitigen Umgang miteinander:

  • in guten Beziehungen formulieren die Partner ihre Kritik so, dass sich der Andere nicht als Person verurteilt fühlt
  • vielmehr wird das Verhalten, die Äußerung oder die Tat kritisiert – nicht jedoch der Charakter

 

Richtig streiten mit dem Partner – ein Beispiel

Ein Paar, das gut miteinander kommuniziert, wird nicht zueinander sagen: “Du bist immer so egoistisch. Das war mal wieder typisch von Dir!”

Vielmehr bleiben sie bei ihren eigenen Gefühlen und beschränken sich auf die konkrete Situation: “Dies oder jenes ist mir sehr wichtig. Daher kränkt es mich, dass Du hierauf kaum Rücksicht nimmst.”

Wer so miteinander umgeht, der kann sich über eine starke Beziehung freuen – der auch der ein oder andere Streit nichts anhaben kann.

In der Beziehung richtig streiten lernen

Leider können nur die wenigsten Paare von Natur aus richtig streiten. Dies liegt vor allem an dem Erziehungsstil, der nicht nur bei uns sehr verbreitet ist.

So werden Kinder von ihren Eltern und Pädagogen bereits sehr häufig mit negativer Kritik und verallgemeinerten Aussagen “erzogen”: “Kannst Du nicht einmal zuhören?”

Gerne wird auch die Persönlichkeit des Kindes verurteilt (“Tanja ist böse.”) oder dem Sprössling wird mit Liebesentzug oder anderen Strafen gedroht. Leider funktionieren diese Methoden häufig sehr gut und das Kind gehorcht.

Später rächt sich dieser Umgang jedoch. Denn als Erwachsener wird man versuchen, seinen Partner mit genau solcher Kritik ebenfalls nach seinen Wünschen zu formen.

Tipps für eine glückliche Partnerschaft

Eigentlich geht es bei einem Streit immer um folgende Frage: “Respektiert, liebst und achtest Du mich noch?” Darunter fällt auch, dass Du unveränderliche Kleinigkeiten Deiner Partnerin akzeptierst.

Wenn Du Dich beispielsweise immer wieder über die Unpünktlichkeit Deiner Liebsten ärgerst, dann stelle Dir die Frage, ob pünktlich zu sein wirklich lebenswichtig für Dich ist.

Vielmehr solltest Du versuchen, dies als eine Eigenschaft von vielen Deiner Liebsten zu sehen – die es in der Regel nicht wert ist, dass Du Dich stundenlang darüber aufregst.