Ist es sexuelle Belästigung, Frauen anzusprechen?

Gespräch beginnen mit Frau - sexuelle Belästigung?

Wenn das bloße Ansprechen einer Frau bereits als sexuelle Belästigung aufgefasst wird, dann haben wir wirklich ein Problem in unserer Gesellschaft. Tatsächlich kannst Du als Mann an einigen Orten, wie zum Beispiel dem Bahnhof, mit einem Platzverweis rechnen, falls Du diesen Ort dazu auswählst, Frauen kennenzulernen. Warum Du aber trotzdem nicht aufgeben solltest und weiterhin Frauen ansprechen solltest, wo es gerade passt, erfährst Du in diesem Artikel. 

Stell Dir vor, Du bist eine Frau. Du stehst am Bahnhof und wartest auf den Zug. Auf dem gleichen Gleis steht ein Mann. Sieht nett aus. Er ist Dir vorhin schon aufgefallen, als er sich am Fahrscheinautomaten mit einer Frau unterhielt. Eure Blicke treffen sich. Ein kurzes Lächeln. Du drehst Dich verlegen weg. Es gehört sich für eine Frau schließlich nicht, so offensiv mit einem fremden Mann zu flirten. Interesse hättest Du aber eigentlich schon. Ihn ansprechen? Als Frau? Auf gar keinen Fall! Warum kommt er denn nicht rüber?  - Weil er nicht darf. Nachdem er sich mit der Frau unterhielt, die Du am Fahrscheinautomaten gesehen hattest, hat ein Beamter ihm mit Platzverweis wegen sexueller Belästigung gedroht, sollte er noch eine Frau ansprechen.

Das glaubst Du nicht? Dann schau Dir dieses Video an:

Frauen ansprechen verboten?

Verstößt man gegen das Gesetz, wenn man Frauen anspricht? Die Antwort lautet ganz klar: Nein.

Zumindest in Deutschland gibt es (noch!) kein Gesetz, dass es einem verbietet, fremde Personen anzusprechen. Auch wenn leider der Feminismus, insbesondere seit der MeToo-Debatte, durchzusetzen versucht, dass das reine Ansprechen von Frauen schon unter sexuelle Belästigung fällt, gibt es keine gesetzliche Grundlage, wenn ein Polizeibeamter Dir verbieten will, Frauen auf der Straße anzusprechen.

Doch erlebe ich es manchmal in meinen Casanova Code Workshops, in denen ich Männern beibringe, Frauen anzusprechen, dass uns ein Beamter daran hindern will. So ist es auch einem meinem Follower passiert, dessen Erfahrung ich gerne mit Euch teilen möchte:

Erfahrungsbericht eines Mannes, der gerne Frauen anspricht:

Hallo Maximilian,

ich verfolge Deine Arbeit auf YouTube schon seit einer Weile und habe etwas zu berichten. Vielleicht kannst Du es ja irgendwie aufgreifen oder verwerten.

Ich habe am Rosenmontag Mädels am Dortmunder HBF angesprochen (Respektvoll, nicht alkoholisiert). Nach 6 Approaches kam die Polizei, zunächst nur Personenkontrolle. Anschließend kam ein weiterer Beamter, ich wäre wohl aufgefallen, würde seit einiger Zeit Frauen ansprechen (Überwachungskameras) und es hätte Beschwerden gegeben, ich sollte das doch bitte unterlassen.

Auf dreimalige Nachfrage, von wem die Beschwerden kamen und ob sie sich konkret auf mich beziehen, keine Antwort.

Ich vermute Allgemeines Blabla. Ich habe mit dem Beamten besonnen, diplomatisch und sachlich diskutiert, mich von der entsprechenden Klientel distanziert und angeführt, dass die meisten Frauen sich freuen würden angesprochen zu werden (so meine Erfahrung).

Erschreckend fand ich, dass seiner Meinung nach das bloße Ansprechen bereits als Belästigung gilt. Dagegen habe ich mich vehement gewehrt. Auch eine Gesetzliche Grundlage konnte er mir nicht nennen. Letztlich sind ihm die Argumente ausgegangen und er hat die Diskussion für Beendet erklärt und mit einem Platzverweis gedroht, den ich allerdings noch abwenden konnte. Das Gespräch habe ICH dann beendet, ihm einen schönen Abend gewünscht und mich auf eine Bank in der Bahnhofshalle gesetzt, während im Minutentakt die netten Mädels an mir vorbeigezogen sind, sehr ärgerlich. Mit manchen konnte ich per Augenkontakt flirten, aber angesprochen hat mich keine.

Ich schiebe das ganze Vorgehen der Polizei stark auf Karneval. Am Tag darauf hatte ich keine Probleme am HBF. Dennoch stelle ich mir die Frage, wie sich das weiterentwickelt. Ich lasse mich nur ungern in meiner Freiheit einschränken. Ein Platzverweis gilt zwar nur 24 Stunden, aber der Abend ist dann gegessen und ich fühle mich einfach nicht gut dabei, ständig die Konfrontation fürchten zu müssen. Zumal man ggf. auch irgendwann mit einer Zahlungsaufforderung wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen muss.

Mein Kollege Dominik hat ziemlich exakt die gleichen Erfahrungen an dem Wochenende gemacht. Er wollte Dir wohl auch mal schreiben. Er ist Jurist und wir haben nochmal die entsprechenden Gesetze durchforstet, wie gesagt, es gibt keine Grundlage, aber Platzverweise können anscheinend recht willkürlich nach Gusto des Beamten ausgesprochen werden. Eine gerichtliche Auseinandersetzung macht wenig Sinn, da die 24h natürlich vorbei sind ehe da etwas entschieden wird und ein etwaiges Urteil hätte auch keine allgemeine Gültigkeit, solange kein Präzedenzfall draus wird.

Soweit, so gut.

Mach bitte weiter so mit Deinem Einsatz für Männer- (und Frauen-) Rechte, denn schließlich sollten Frauen das Recht haben angesprochen werden zu dürfen.

Bitte meinen Namen geheim halten, Danke!

Gruß M.

Darf man Frauen am Bahnhof ansprechen? 

Der Bahnhof ist ein idealer Ort, um Frauen anzusprechen. Auf die Bahn wartend haben Frauen oft etwas Zeit für eine kurze Unterhaltung. Zudem ist das Thema für den Opener schnell gefunden. Du könntest zum Beispiel in ihrer Nähe etwas genervt vor Dich hinsagen „Typisch Bahn, wieder Verspätung“ und schauen, ob sie mit einspringt. Du könntest sie auch fragen, ob der kommende Zug in einem bestimmten Ort hält. Oder Du sagst ihr ganz einfach, dass sie hübsch ist und Du sie gerne kennenlernen würdest. Du wirst überrascht sein, wie vielen Frauen diese Art von Ansprache gefällt, insbesondere wenn sie nicht in einer Nachtbar passiert, sondern im Alltag auf dem Weg von der Arbeit nach Hause.

Jedoch solltest Du beachten, dass ein Bahnhof kein öffentlicher Raum, sondern Privatgelände ist. Und da gelten die Regeln der Deutschen Bahn. So steht zum Beispiel in der Hausordnung der DB, dass das Belästigen von Personen nicht gestattet ist.

Nach meiner Erfahrung ist es meist eine Frau, die selbst gar nicht angesprochen wurde, die sich beschwert, dass da jemand Frauen belästigen würde. Oder es ist der Polizeibeamte oder der Mitarbeiter der DB Sicherheit selbst, der beobachtet, dass ein Mann mehrere Frauen anspricht. Ist das eine dieser gehirngewaschenen Personen, die glauben, das reine Ansprechen von Frauen sei sexuelle Belästigung, könnte dieser Mann Pech haben und tatsächlich einen Platzverweis bekommen.

Sollte Dir das mal passieren, bleibe sachlich und freundlich und versuche, dem Beamten zu erklären, dass Du lediglich Frauen ansprichst und sie nicht belästigst.

Gespräch beginnen Frau

Fängt sexuelle Belästigung schon beim Ansprechen an?

Glaubt man Feministinnen, dann fängt sexuelle Belästigung schon beim längeren Angucken an. Doch zum Glück haben wir Gesetze, die das genauer regeln:

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 184i Sexuelle Belästigung

(1) Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

(3) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
§ 3 Begriffsbestimmungen

(3) Eine Belästigung ist eine Benachteiligung, wenn unerwünschte Verhaltensweisen, die mit einem in § 1 genannten Grund in Zusammenhang stehen, bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

(4) Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung in Bezug auf § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 4, wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Die Frage, ob das bloße Ansprechen von Frauen sexuelle Belästigung ist, lässt sich also so beantworten:

Solange Du eine Frau mit Respekt behandelst und ihre Grenzen beachtest, wird sie sich nicht belästigt fühlen. 

Und wenn doch, ist es nicht Deine Schuld, sondern ihr ganz persönliches Problem.

Ein „Hallo, du bist sehr hübsch. Ich würde dich gerne kennenlernen“ ist keine sexuelle Belästigung. Im Gegenteil - den meisten Frauen wirst Du mit einem solchen Kompliment ein süßes Lächeln ins Gesicht zaubern. 

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Frauen wollen angesprochen werden

Ich sehe schon die Feministen vor mir, wie sie ihre Augen verdrehen bei diesem Satz. Aber es stimmt: Frauen wollen angesprochen werden. Seit Tinder und Lovoo freuen sich Frauen sogar noch mehr, wenn sie live im Alltag angesprochen werden. Ein Vorteil für Dich, weil Du Dich dann von all diesen Männern unterscheidest, die nur online Frauen anschreiben, oder sie höchstens nachts in der Bar oder Disco ansprechen.

Würden sich mehr Männer trauen, Frauen auf der Straße, im Supermarkt oder im Bus anzusprechen, gäbe es vielleicht weniger verbitterte Singles!

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Nach der ElitePartner Studie 2018 „So liebt Deutschland“ gaben bei der Umfrage 49% der Singles an, sie seien single, weil die Gelegenheiten fehlen, jemanden kennenzulernen.

Immer wieder höre ich auch das Argument, Frauen auf der Straße anzusprechen sei sexuelle Belästigung, man solle es gefälligst da tun, wo es sich gehört: in Bars, Discos und vor allem online. Dazu sage ich nur: Bullshit. Online-Dating ist in den meisten Fällen reine Zeitverschwendung. Nicht nur ist es schwierig, beim Online-Dating von der Masse der anderen Männer herauszustechen. Wichtiger noch ist, dass etwa die Hälfte der Singles überhaupt keine Dating-Apps oder Dating-Portale nutzt.

In Deutschlands Single-Studie 2918 von Parship wurde 3839 Singles die Frage gestellt „Sind Sie derzeit aktiv auf Partnersuche?“. Darauf antworteten 60% der Single-Frauen „Nein, ich suche nicht aktiv nach einem Partner, wäre aber auch nicht abgeneigt, eine Beziehung einzugehen, wenn es sich ergibt.“ Keine dieser Frauen würdest Du wohl online kennenlernen. Sie sind nicht aktiv auf Partnersuche. Aber wie schön wäre es für sie, ihrem Traummann zufällig auf dem Bahnhof zu begegnen? Zu blöd nur, wenn dieser Traummann sie nie ansprechen würde, weil es in dieser Gesellschaft als sexuelle Belästigung gilt.

Männer, sprecht Frauen an! Denn sie tun es nicht.

Ich sage immer, dass die moderne Frau sich immer noch wie vor 50 Jahren verhält, wenn es ums Flirten geht. Das bestätigt auch die ElitePartner Studie mit den folgenden Aussagen.

Wenn mir jemand gut gefällt, mach ich ein Kompliment.

Frauen: 31%

Männer: 51%

Ich initiiere einen Flirt, indem ich jemanden lange anblicke.

Frauen: 25%

Männer: 25%

Ich spreche jemanden an, wenn ich ihn interessant finde.

Frauen: 19%

Männer: 29%

Dieses konservative Verhalten der Frauen nimmt nach dem ersten Kennenlernen sogar noch zu:

Meist geht der erste Kuss von mir aus.

Frauen: 8%

Männer: 25%

Beim ersten Sex ergreife ich meist die Initiative, mache den ersten Schritt.

Frauen: 8%

Männer: 26%

Ich lade beim Date meistens ein.

Frauen: 6%

Männer: 47%

Interessant sind auch die Ergebnisse aus der oben genannten Parship-Studie:

Wie ist das bei Ihnen – machen Sie den ersten Schritt, wenn Ihnen eine Frau bzw. ein Mann gefällt? 

Ja, meistens mache ich beim Flirten den ersten Schritt.

Frauen: 2%

Männer: 7%

Eher ja, zumindest mache ich häufiger den ersten Schritt, als dass mich jemand anflirtet.

Frauen: 8%

Männer: 23%

Das ist ausgewogen.

Frauen: 33%

Männer: 26%

Eher nein, ich warte meistens darauf, dass ich angeflirtet werde.

Frauen: 48%

Männer: 36%

Nein, ich mache beim Flirten nie den ersten Schritt.

Frauen: 10%

Männer: 10%

Was zeigen uns diese Ergebnisse?

Als Mann muss man die Initiative ergreifen, von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum Sex, und sollte es zu einer Beziehung führen, auch in der Beziehung.

Erschreckend an den Ergebnissen beider Studien finde ich nicht einmal, wie wenige Frauen den ersten Schritt gehen, um einen Mann kennenzulernen. Das ist nicht überraschend. Erschreckender ist, wie wenige Männer einen Flirt initiieren. Weniger als 30% der Männer sprechen eine Frau an, wenn sie sie interessant finden.

Merkst Du, welche Chancen sich für Dich ergeben, wenn Du einer dieser Männer bist, die Frauen ansprechen? Hast Du noch Schwierigkeiten damit, habe ich gute Nachrichten für Dich: Frauen ansprechen kannst Du lernen. In meinem „Ansprech-Chrashkurs“ gebe ich Dir die Grundlagen dafür. Und dann gibt’s nur eins: Geh raus und sprich Frauen an.

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Fazit: Ist es sexuelle Belästigung, Frauen anzusprechen?

Also liebe Männer, sprecht Frauen an. Lasst Euch nicht beirren. Ein Kompliment ist keine sexuelle Belästigung. Es ist nicht verboten und es ist sogar erwünscht, ein Gespräch mit Frauen zu beginnen.

Kämpfen wir für das Recht der Frauen, angesprochen zu werden. Ansonsten werden wohl Frauen diese Aufgabe übernehmen müssen, damit sie nicht so dastehen wie die Frau vom Anfang dieses Artikels.

Euer Maximilian